Wenn der Stecker mit der Dose spricht

Frankfurt (thh) ‐ „Wer die Norm setzt, macht den Markt“, sagt Bernhard Thies, vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE). Und den Markt der Elektroautos wollen die deutschen Unternehmen gestalten.

Jetzt stellte der VDE einen speziell für Elektroautos entwickelten Ladestecker vor, der schon bald zum weltweiten Standardsystem werden soll. Deutschlandweit hat der Energieversorger RWE bereits 150 Ladestationen aufgestellt, acht davon in Frankfurt.

Ein Elektroauto anzuschließen ist etwas anderes als einen Fön in die Steckdose zu stecken“, erläutert Thies. Denn: Beim Auto soll der Stecker künftig nicht nur Energie transportieren, sondern auch die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladestation ermöglichen. Derzeit sei der Verband dabei, das deutsche Produkt zur EU-weiten Norm zu machen.

Der Standart macht die Technik bezahlbar

Doch gerade die Einheitlichkeit der Ladestecker sei wichtig für die flächendeckende Einführung von Elektroautos, sagt Axel Willikens, Leiter der Vorentwicklung Leistungselektronik bei Daimler. „Der Standart ist wichtig, um die Technik bezahlbar zu machen und den Kunden da abzuholen, wo er ist.“

Das Ziel ist, dass man von Norwegen bis Italien mit dem gleichen Stecker fahren kann“, sagt Volker Lazzaro, Geschäftsführer von Mennekes Elektrotechnik, dem Unternehmen, das den Stecker entworfen hat. In den Haushalten der Länder brauche man derzeit sechs verschiedene Steckerarten.

Über das neue System könnten sich die Fahrzeuge künftig bei den Ladestationen identifizieren, den Strom beziehen und gleichzeitig die nötigen Daten für die spätere Bezahlung übermitteln - und das ungeachtet der technischen Standarts des dortigen Stromnetzes, erläutert Lazzaro.

Quelle: op-online.de

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