Langer Winter, heißer Sommer, viel Regen

Wetter 2013 bot gesamte Palette

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Offenbach - Der vergangene Winter trieb es in Hessen besonders arg. Danach war es überwiegend nass und später heiß. Unter dem Strich rechnen die Meteorologen aber trotz der Kapriolen mit einem „normalen“ Jahr. Von Sabine Ränsch

Seine ganze Palette hat das Wetter 2013 in Hessen aufgeboten: langer, trüber Winter mit viel Schnee bis ins Frühjahr, große Hitze im Sommer. Der Frühling fiel weitgehend ins Wasser, dann kam noch mehr Regen und ließ Flüsse über die Ufer treten. Nach heißem Sommer mit Hitzewellen und Temperaturen nahe 40 Grad war der Oktober zwar wie der Mai viel zu nass, aber zum Schluss wurde er golden und sogar noch einmal sommerlich warm. Von den Herbstorkanen „Christian“ und „Xaver“, die über Norddeutschland wüteten, wurde Hessen nur gestreift.

Unter dem Strich werde das Jahr 2013 in Deutschland als etwas zu warm und zu trübe in die Statistik eingehen, schätzen Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach. Das ist kein Widerspruch zum heftigen Auf und Ab, denn am Jahresende rechnen die Experten Mittelwerte aus. In Hessen waren von elf Monaten bis November nur Februar, März und Mai kälter als der Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990 - alle anderen Monate fielen wärmer aus, am stärksten war die Abweichung nach oben im Juli mit plus 2,8 Grad über normal. Die Meteorologen registrierten in Hessen wie in ganz Deutschland den trübsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen 1951.

Gefühlt sorgt der Klimawandel für schneelose, milde Winter. In diesem Jahr war das ganz anders: Winterlich war es bis weit ins Frühjahr. Am 21. Januar legten Schnee und Eisregen den Flughafen lahm, Straßenbahnen in Frankfurt konnten wegen vereister Oberleitungen nicht fahren. Nach starken Schneefällen Anfang Februar hatten die Flugzeuge erneut Probleme, auf den Straßen war es spiegelglatt, in Mittelhessen fiel die Schule aus. Schlimm war das Winterchaos noch Mitte März, als erneut Hunderte Flüge ausfielen und Passagiere auf Feldbetten nächtigen mussten. 116 Autos und Lastwagen kollidierten auf der Autobahn 45 im dichten Schneetreiben bei Wölfersheim, es gab 38 Verletzte und 2,5 Millionen Euro Schaden.

Nach dem langen, trüben Winter kam der Regen, und auch in Hessen konnten Flüsse das viele Wasser nicht abtransportieren. Im Wonnemonat Mai gab es Überflutungen. Im osthessischen Heringen beschädigte eine Schlammlawine mehrere Wohnhäuser. Es regnete doppelt so viel wie sonst im Mai. Der Sommer brachte drei Hitzewellen, die Temperaturen kletterten tagelang über 35 Grad - aber die Temperaturen kamen weder an den Jahrhundertsommer 2003 noch an den Fußball-WM-Sommer 2006 heran. Heftige Gewitter mit Sturm und Hagel beendeten die heißen Tage. Einen lokalen Wärmerekord bot der Oktober, als am 22. am Frankfurter Flughafen 23,8 Grad herrschten, in Darmstadt sogar 25,3 Grad. Damit wurde der alte Rekord für das letzte Oktober-Drittel am Flughafen von 1943 (22,7 Grad) geknackt.

dpa

Quelle: op-online.de

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