Aber Vorsicht: Auch die Giftigen sprießen

Wetter lockt Pilzsammler

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Der Maronenröhrling, auch Marone, Blaupilz oder Braunkappe genannt, ist ein beliebter und häufiger Speisepilz.

Frankfurt - Pilzsammler sind mit der Saison zufrieden. Im Rhein-Main-Gebiet sei das Jahr „gut bis sehr gut“, sagt der Pilzsachverständige Thomas Lehr aus Hofheim. Das Wetter sei so vorteilhaft wie schon lange nicht mehr.

Die feuchte Wärme in Hessen lässt auf Wiesen und in Wäldern noch einige Tage die Pilze sprießen. Pilzsammler sollten sich aber beeilen, denn nach Erwartungen von Meteorologen könnte das Wetter bald umschlagen. Stein- und Birkenpilze oder Pfifferlinge seien derzeit noch häufig im Wald zu finden, sagt Herbert Lohner vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Champignons dürften Spaziergänger allerdings nicht mehr in größerer Zahl entdecken - für sie sei eher das Klima des Hochsommers geeignet.

„Feuchtigkeit ist das A und O“, sagt Lohner. Da Sporen immer in der Erde oder in der Luft vorhanden seien, wüchsen die Pilze bei günstigem Wetter unabhängig von der Jahreszeit in großer Zahl. „Für Pilze gibt es keine Saison“, erklärt der Frankfurter Pilzexperte Werner Pohl. In jedem Monat könne es kurze Abschnitte geben, in denen die Pilze besonders zahlreich aus dem Böden sprießen. Es sei aber schwer, solche Hochphasen vorherzusagen.

Gute Bedingungen bietet feuchte Wärme auch für Giftpilze. Am bekanntesten sind wohl die Fliegenpilze - dabei sind sie vergleichsweise ungefährlich. „Die sind gut zu erkennen und sorgen eher für Bauchgrimmen“, sagt Lohner. Besondere Vorsicht sei aber vor Knollenblätterpilzen geboten. „Sie wachsen fast überall und sehen aus wie Champignons“, erklärt Lohner. „Schon in kleinsten Mengen sind sie tödlich.“ Erst vor wenigen Wochen hatten zwei Frauen aus Dietzenbach versehentlich giftige Pilze gesammelt und verzehrt, sie mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Doch selbst essbare Pilze sollten nur in Maßen verzehrt werden. Spuren der Atomreaktor-Katastrophe von Tschernobyl 1986 sind laut Lohner vielerorts noch immer in Waldpilzen zu finden. „Aber man müsste jeden Tag schon wirklich raue Mengen essen, um davon etwas zu spüren.“ Dasselbe gelte auch für gekaufte Pilze, die aus Weißrussland oder Litauen stammen.

Wer unsicher ist, ob ein Gang in den Wald überhaupt lohnt, dem rät Heinz Rickert vom Deutschen Wetterdienst: „Zuerst an der Baumgrenze gucken. Falls sich dort Champignons befinden, gibt es meiner Erfahrung nach auch viele im Wald.“

Liste mit Kontaktdaten der Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.

Quelle: op-online.de

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