Corona im Johanniter-Stift

Wetterau: Drei Seniorenheim-Bewohner an Corona-Infektion gestorben

Das Johanniter-Stift in Klein-Karben ist vom Coronavirus betroffen. Drei Bewohner sind mittlerweile verstorben, mehrere Mitarbeiter und zwei weitere Bewohner infiziert. 
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Das Johanniter-Stift in Klein-Karben ist vom Coronavirus betroffen. Drei Bewohner sind mittlerweile verstorben, mehrere Mitarbeiter und zwei weitere Bewohner infiziert. 

Der Tod des Bad Vilbeler CDU-Kommunalpolitikers Herbert Klug, der im Karbener Johanniter-Stift gewohnt hat, hat aufhorchen lassen. Die Einrichtung beklagt zudem zwei weitere Tote aufgrund einer Infektion mit dem Coronavirus.

  • Wetterau: Mitarbeiter und Bewohner von Seniorenanlage mit Corona infiziert
  • Mehrere Bewohner in Quarantäne
  • Drei Menschen mit Vorerkrankungen verstorben

Karben - Das Corona-Virus hat einige Bewohner und Mitarbeiter der Seniorenanlage Johanniter-Stift in Klein-Karben erfasst. Wie die Geschäftsführung der Johanniter auf Anfrage mitgeteilt hat, seien bis Mittwoch insgesamt fünf Mitarbeiter positiv getestet worden. Es seien auch ein Bewohner der stationären Pflege und ein Bewohner des Betreuten Wohnens positiv getestet worden. "Der Bewohner des Betreuten Wohnens befindet sich derzeit noch im Krankenhaus."

Corona Wetterau: Drei Bewohner werden aus Quarantäne entlassen

In der Einrichtung selbst seien noch vier Bewohner in Quarantäne, teilt Annemarie Prostea, Assistentin der Geschäftsführung, mit. Darunter Bewohner, die vorsorglich nach einem Krankenhausaufenthalt vorübergehend isoliert wurden.

Am Donnerstag können drei Bewohner aus der Quarantäne entlassen werden, so dass sich dann nur ein Bewohner des Johanniter-Stifts in Quarantäne befindet, heißt es weiter.

Wie Prostea weiter berichtet, seien fünf erkrankte Bewohner wieder genesen. "Drei unserer Bewohner sind leider im Zusammenhang mit ihren Vorerkrankungen verstorben."

Man stehe weiterhin sehr eng mit dem Wetterauer Gesundheitsamt in Kontakt und pflege einen engen Austausch über die Maßnahmen in der Einrichtung.

Wie berichtet*, hatten die Johanniter unter anderem in den betroffenen Bereichen alle Bewohner - unabhängig vom Testergebnis - isoliert. Zudem stehe vor jedem betroffenen Bewohnerzimmer ein Wagen mit Artikeln der persönlichen Schutzausrüstung, mit Desinfektionsmitteln.

Wetterau: Kein Corona-Fall im ASB-Seniorenhaus

Anders sieht die Lage im ASB-Altenzentrum in der Ramonville-Straße aus. Dort gibt es nach Angaben von Geschäftsführer Achim Uhl keinen einzigen Corona-Fall, weder bei den 80 Bewohnern noch bei den 72 Mitarbeitern. "Wir sind froh, dass wir das erreicht haben."

Bereits im Januar habe man nämlich einen Pandemie-Plan aufgestellt, der mehrere Phasen vorsieht. Man habe die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Bewohner "sehr frühzeitig" über Hygienemaßnahmen informiert. Etwa über die Händehygiene und die Nieß-Etikette. In den folgenden Monaten Februar und März habe man die Maßnahmen der aktuellen Situation angepasst.

So habe man, noch bevor am 16. März die bundesweit gültige Entscheidung gekommen sei, bei Bewohnern und Angehörigen um eine freiwillige Kontaktreduktion geworben. "Wir haben auch alle Hygienemaßnahmen konsequent nach oben gefahren", nennt Uhl einen weiteren Grund. Das bundesweit geltende Besuchsverbot habe man "konsequent durchgesetzt", wohl wissend, dass dies sowohl für die Bewohner als auch für die Angehörigen ein schwerer Einschnitt sei. Seit Anfang April gelte zudem die Verpflichtung, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen. Der Geschäftsführer mag aber keine Einschätzung abgeben, ob das Ergebnis so bleiben wird. "Aber wir werden weiterhin alles daransetzen, dass sich hier niemand infiziert."

Corona Wetterau: Besondere Sicherheitsvorkehrungen

In Bad Vilbel ist die AGO-Seniorenresidenz in der Friedberger Straße mit 108 Bewohnern und 85 Mitarbeitern die größte Einrichtung.

Residenzleiter Johannes Fellner betont: "Wir haben niemanden, der Anzeichen einer Corona-Infektion hat oder der positiv getestet wurde." Auch hier gelte, dass keine Besucher in die Einrichtung kommen dürften. Aber Angehörige könnten sich an der Bistrotür an einem langen Tisch gegenüber sitzen und sich unterhalten.

Zudem stelle man Tablets mit entsprechendem Videokonferenzprogramm zur Verfügung. Lieferanten kämen nur bis an definierte Schleusen heran. Handwerker dürften nur bei wichtigen und unaufschiebbaren Reparaturen ins Haus kommen, "aber dann in voller Schutzkleidung". 

Auch in Friedberg ist ein Seniorenheim von Corona betroffen. Zunächst wollte der Leiter die Gerüchte über Corona-Fälle weder bestätigen noch dementieren. Doch dann wurde bekannt, es gibt mehrere Fälle und eine Bewohnerin ist bereits an den Folgen des Coronavirus verstorben.

*wetterauer-zeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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