Eisregen und Stürme sind das Geschäft des Wetterdienstes

Die erste Warnung kommt aus Offenbach

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Eine zugefrorene Überwachungskamera in Frankfurt

Offenbach - Wir sind gewarnt, höchst amtlich: Am Wochenende soll es in Deutschland noch mal um einige Grad kälter werden. Dank der Vorhersage kann sich jeder schon seit Tagen auf die gefährlichen extremen Minuswerte vorbereiten. Von Angelika Dürbaum

So war es auch am vergangenen Sonntag, als ein Eispanzer das Leben im Rhein-Main-Gebiet über Stunden lahmlegte. Auch hier waren die Bürger frühzeitig auf die Gefahr hingewiesen worden - dank des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aus Offenbach. Doch wie läuft eine solche Wetterwarnung, die über Zeitungen, Fernsehen oder Internet verbreitet wird, überhaupt ab?.

Warnsystem aus drei Säulen

„Das Warnsystem ist auf drei Säulen aufgebaut“, erklärt Gerhard Lux, Pressesprecher desDWD.

Säule 1: Zunächst wird weltweit gemessen und beobachtet, von staatlichen Wetterdiensten wie von vielen ehrenamtlichen Wetterbeobachtern.

Säule 2: Die Daten fließen beim Wetterdienst in Offenbach zusammen, werden geprüft und in einem Supercomputer aufbereitet. Dort startet dann die eigentliche Vorhersage für die nächsten sieben Tage.

Säule 3: Aus den Ergebnissen ziehen die Vorhersagemeteorologen Schlüsse, entscheiden, ob Warnungen herausgegeben werden müssen.

Informiert wird der Katastrophenschutz

Eine amtliche Warnung vor Schnee, Eis, Sturm, Hitze oder Gewitter liegt also allein in der Hand des Offenbacher Wetterdienstes. Gewarnt wird dabei mit wachsender Schwere des bestehenden Ereignisses in vier Stufen: Wetterwarnung, Warnung vor markantem Wetter, Unwetter und extremes Unwetter, farblich abgestuft von gelb bis violett.

Informiert werden insbesondere alle Institutionen des Katastrophenschutzes der betroffenen Bundesländer, also etwa Polizei, Feuerwehren oder Technisches Hilfswerk, die dadurch frühzeitig Hilfsmaßnahmen einleiten können. Wie wichtig diese Warnungen sind, verdeutlicht eine einzige Zahl: 80 Prozent der Naturkatastrophen in Deutschland werden durch das Wetter verursacht und nicht durch Erdbeben oder Vulkanausbrüche.

Temperaturen lassen sich gut vorhersagen

„Temperaturen lassen sich gut vorhersagen, die exakte Menge an Niederschlägen ist schon schwieriger“, erläutert Lux. Um möglichst präzise Wetterwarnungen aussprechen zu können, betreibt der Wetterdienst einen hohen technischen Aufwand. „Aus dem weltumspannenden Netz der Meteorologie fließen verschiedenste Informationen vom Wettersatelliten und Wetterballon bis zur automatischen Messboje auf dem Meer zusammen. Am Ende der High-Tech-Kette stehen aber immer Menschen“, heißt es in einer neuen Broschüre des DWD, die den Weg einer Wetterwarnung am Beispiel des Sturms Kyrill im Januar 2007 beleuchtet.

Winter-Schnapschüsse unserer Leser

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Bei Kyrill, der zu den drei stärksten Stürmen in Deutschland seit 1990 zählt, war bereits 120 Stunden bevor der Sturm hierzulande losbrach, in den Wettermodellen erkennbar, das sich über dem Nordatlantik „etwas Kritisches tut“. Schon am 12. Januar gab es eine Frühwarninformation, die im Laufe der nächsten Tage immer detaillierter wurde. Als der Sturm am 18. und 19. Januar dann tatsächlich über Deutschland hinwegfegte, gab es erstmals bis in einzelne Landkreise Warnungen über seine Stärke.

Quelle: op-online.de

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