Müllheizkraftwerk in der Nordweststadt für 250 Millionen Euro saniert

Wieder mit voller Leistung

Im Müllheizkraftwerk in Frankfurt kann wieder Volllast gefahren werden.

Frankfurt - (dpa) Nach sechs Jahren ist das Müllheizkraftwerk in der Frankfurter Nordweststadt saniert und läuft mit voller Leistung. In der Anlage können pro Jahr rund 500 000 Tonnen Hausmüll verbrannt werden.

Dabei werden gleichzeitig Strom und Fernwärme für rund 50 000 Menschen erzeugt. Dies entspreche der Versorgung einer mittleren Stadt wie Wetzlar, sagte Constantin Alsheimer, Vorstandsvorsitzender des Energieversorgers Mainova, am Freitag bei der Schlüsselübergabe. Die Sanierung kostete rund 250 Millionen Euro. Gesellschafter der Müllheizkraftwerk (MHKW) GmbH sind je zur Hälfte Mainova und die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES).

Die Fertigstellung des Kraftwerks mit vier Öfen schließt eine Lücke in der Müllentsorgung, die während der Sanierung entstanden war. Zeitweise war Hausmüll aus dem Hochtaunuskreis zum Verbrennen in die Schweiz gefahren worden, weil nur zwei Öfen liefen. Inzwischen werden pro Jahr rund 350 000 Tonnen Abfall aus dem Gebiet der Rhein- Main-Abfall GmbH verbrannt, das die Städte Frankfurt und Offenbach sowie die Kreise Offenbach, Hochtaunus und Main-Taunus umfasst. Die restliche Kapazität habe der Entsorger Remondis für 20 Jahre gezeichnet, sagte Rosemarie Heilig, Geschäftsführerin der Anlage.

Ein Ofen des Müllheizkraftwerks frisst 20 Tonnen Müll pro Stunde. Bei mindestens 850 Grad werden die Abfälle verbrannt. Nach zwei Sekunden bei dieser Temperatur sind nach Angaben der Betriebsleitung Giftstoffe wie Dioxine und Furane zerstört. Die heißen Abgase erwärmen Wasser, das zu 500 Grad heißem Dampf mit einem Druck von 60 bar wird und zur Erzeugung von Strom- und Fernwärme dient. Im Sommer produziert die Anlage mehr Strom, im Winter mehr Wärme.

90 Prozent des Müll-Volumens verbrennen in der Anlage. Übrig bleibt dunkelgraue Schlacke, aus der noch einmal Metallreste aussortiert werden, bevor das Material etwa im Straßenbau verwendet werden kann. Wenn der Müll-Nachschub fehlt, muss Erdöl verbrannt werden, das in Tanks als Reserve für Engpässe bereitgehalten wird.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare