Kampf gegen Salafismus

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Der ultrakonservative Prediger Pierre Vogel und die Salafisten rekrutieren viele neue Anhänger in Deutschland.

Wiesbaden/Frankfurt - Hessen will mit anderen Bundesländern energischer gegen Salafisten vorgehen. Innenminister Peter Beuth (CDU) kündigte gestern an, in den kommenden Wochen ein hessisches Präventionsnetzwerk einzurichten.

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Hessen wolle auch auf der Innenministerkonferenz kommende Woche in Bonn über den Salafismus sprechen, um an einer Rahmenkonzeption zu arbeiten. Allein in Hessen seien etwa 1200 Salafisten aktiv, sagte Beuth in Wiesbaden. Die fundamentalistischen Prediger überzeugen vor allem jugendliche Muslime von ihrem radikalen Kurs. Aus dem Rhein-Main-Gebiet sind sogar Schüler nach Syrien ausgereist, um im Bürgerkrieg zu kämpfen. In Frankfurt haben Salafisten durch Drohungen erreicht, dass ein Jugendhaus zeitweise schließen musste. Auch der Angriff auf ein Kunstwerk in einer Ausstellung des Portikus hat einen islamistischen Hintergrund. Der Vorfall, bei dem drei Unbekannte einen Koran aus einer Installation des britischen Künstlers John Latham (1921-2006) gestohlen hatten (wir berichteten), sei „glaubensmotiviert“, sagte die Staatsanwaltschaft.

Das Netzwerk soll Jugendliche auf dem Pfad der Radikalisierung stoppen, ein Aussteigerprogramm ist geplant. Zugleich sollen Eltern, Schulen und Kommunen besser informiert werden. „Nur mit den Sicherheitsbehörden werden wir dieses Phänomen nicht bekämpfen können“, sagte der Minister. 

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dpa

Quelle: op-online.de

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