Zahlen stagnieren

Polizei hält Einbrecher in Schach

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Wiesbaden - In der Dauerschlacht gegen Wohnungseinbrecher hat die hessische Polizei vergangenes Jahr ein Unentschieden erzielt. Während die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle in anderen Bundesländern 2014 massiv anstieg, veränderte sich die Lage in Hessen kaum.

Registriert wurde eine leichte Zunahme um 1,7 Prozent auf knapp 11 000 Fälle, wie Innenminister Peter Beuth (CDU) gestern in Wiesbaden mitteilte. Er sah das als Erfolg der Prävention von Polizei und Bürgern. Die Aufklärungsquote bei diesem Delikt verbesserte sich zwar, lag aber immer noch bei niedrigen 20,6 Prozent.

Beuth präsentierte eine Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), die erstmals seit zehn Jahren in Hessen wieder eine höhere Zahl erfasster Straftaten auswies. Die Polizei registrierte knapp 397.000 Straftaten, was einer Steigerung von 2,6 Prozent im Vergleich zum Tiefststand von 2013 entspricht. Die Aufklärungsquote lag mit 59,3 Prozent leicht unter dem Höchststand von 59,5 Prozent im Jahr 2013. Eine Trendwende sah Beuth darin nicht: Zum fünften Mal in Folge habe es weniger als 400 000 Straftaten gegeben. „Das ist das Ergebnis der Arbeit der tüchtigen Polizeibeamten im Lande Hessen“, sagte der Minister. Die hessischen Sicherheitsbehörden seien gut aufgestellt.

Der Zuwachs erklärt sich der PKS zufolge zur Hälfte aus der wachsenden Zahl von Flüchtlingen, damit gab es mehr Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylrecht (plus 19,3 Prozent). Außerdem häuften sich Diebstähle aus Fahrzeugen (plus 11,9 Prozent). Banden aus Osteuropa suchten das Rhein-Main-Gebiet heim, um Navigationsgeräte, Alufelgen und andere wertvolle Autoteile zu klauen, berichtete Sabine Thurau, Präsidentin des Landeskriminalamtes (LKA).

Die Gewaltkriminalität ging dem Trend der vergangenen Jahre entsprechend weiter zurück. Es gab weniger Fälle von Mord, Totschlag, Sexualdelikten, Raub und Körperverletzung im Bundesland Hessen. Dafür waren mehr Autoknacker, Taschen- und Fahrraddiebe unterwegs.

So schützen Sie sich vor Einbrechern

So schützen Sie sich vor Einbrechern

Als Erfolg der Prävention gegen Wohnungseinbrüche wertete Beuth, dass zwei von fünf Einbrüchen schon im Versuchsstadium gescheitert seien. Auch habe die Polizei vergangenes Jahr getestet, ob sich Einbrüche computergestützt vorhersagen lassen, sagte Beuth. Erste Ergebnisse der Feldversuche in Wiesbaden und im Main-Taunus-Kreis seien ermutigend. Sie sollten auf andere Polizeipräsidien ausgedehnt werden. Ab diesem Jahr will die Polizei online in sozialen Netzwerken beraten, wie Bürger sich vor Einbrechern schützen können.

Das Nachbarland Baden-Württemberg hatte in den vergangenen Jahren eine starke Zunahme von Wohnungseinbruchsdiebstählen verzeichnet. Im Jahr 2013 stiegen die Fallzahlen um insgesamt 31 Prozent, 2014 noch einmal um 20 Prozent. Trotzdem stellt sich das Problem in Hessen intensiver: Hier gab es laut Statistik knapp 180 Einbrüche auf 100.000 Einwohner, in Baden-Württemberg waren es „nur“ 134 Fälle.

dpa

Quelle: op-online.de

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