FDP sorgt sich um Hessens Vierbeiner

Angst vor möglichen Hundeentführungen

Wiesbaden - Die Angst vor möglichen Hundeentführungen treibt die FDP-Fraktion im hessischen Landtag um. Möglicherweise begünstige eine Lücke im Datenschutz solche Straftaten, befürchtet der Abgeordnete Wolfgang Greilich. Von Andrea Löbbecke

Nach der Hundeverordnung des Landes muss nicht nur die Steuernummer am Halsband baumeln - dort sollen zusätzlich Name, Anschrift und sogar Telefonnummer des Besitzers vermerkt sein. Also quasi alle Daten, die man für eine Entführung des Vierbeiners und eine anschließende Erpressung braucht. Man habe von solchen Straftaten erfahren und sei hellhörig geworden, erklärt ein FDP-Sprecher in Wiesbaden. Die parlamentarische Anfrage der Fraktion ans Innenministerium blieb in Bezug auf Hundeentführungen jedoch wenig ergiebig. Aus den Statistiken lasse sich nicht herauslesen, ob die Daten für Straftaten verwendet wurden, hieß es. Die Landestierschutzbeauftragte Madeleine Martin schätzt die Gefahr als eher gering ein. „Wir haben die Vorgabe ja schon länger, und mir ist bis heute kein Fall von Hundeentführung bekanntgeworden“, erklärt sie.

Von den Herrchen, die im Wiesbadener Kurpark ihre Vierbeiner ausführen, wissen nur wenige überhaupt von der Adresspflicht. „Mein Hund hat einen Chip, damit kann er ja auf jeden Fall identifiziert werden“, sagt der Besitzer eines Rhodesian Ridgeback. Angst vor einer Entführung hat er nicht. „Ich glaube nicht, dass jemand an ihn geht“, sagt der Mann mit Blick auf seinen stattlichen afrikanischen Jagdhund.

Wenn die Angaben fehlen, bleibt es zunächst bei einer mündlichen Verwarnung, wie ein Sprecher des Wiesbadener Ordnungsdezernates erklärt. „Wie man aber bei Fundtieren immer wieder feststellen kann, sind die erforderlichen Daten am Halsband angebracht.“ Die Stadtverwaltung Frankfurt geht davon aus, dass alle Hundehalter informiert sind. „Wie in allen Rechtsbereichen gilt auch hier der Grundsatz, dass sich jeder selbst über Vorschriften informieren muss“, sagt ein Sprecher. Die Stadtpolizei kontrolliere Halsbänder auch regelmäßig – rund 100 bis 200 Bußgeldverfahren wegen fehlender Kennzeichnung würden jährlich eingeleitet.

Leserbilder zum Welthundetag 2015 (Teil eins)

„Wilmas' Frauchen hat noch nie von der Regelung gehört und wurde auch noch nicht kontrolliert. Sie sieht keine Gefahr, dass ihre braune Mischlingshündin entführt werden könnte. „Und ganz ehrlich, es gibt echt dringlichere Dinge.“

dpa

Quelle: op-online.de

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