Franz Josef Jung verlässt den Vorstand

Verjüngungskur bei Hessen-CDU

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Patrick Burghardt

Wiesbaden - Die Spitze der hessischen CDU soll beim nächsten Landesparteitag am 10. Mai in Rotenburg an der Fulda verjüngt werden: Franz Josef Jung, vor einem Monat 65 geworden, will sich nach 16 Jahren als Vize-Chef aus dem Vorstand zurückziehen. Von Petra Wettlaufer-Pohl 

Ihm folgen soll der Rüsselsheimer Oberbürgermeister Patrick Burghardt (33). Damit will die CDU auch ihre Verbundenheit mit den Kommunen betonen. Weitere Vize sind die Ministerinnen Eva Kühne-Hörmann und Lucia Puttrich (beide 52).

Franz Josef Jung 

Der Rheingauer Jung, vormals Verteidigungs- und dann Arbeitsminister im Bund, gehört auch dem Bundesvorstand der Partei sowie dem Fraktionsvorstand im Bundestag an. Seine bundespolitische Rolle war nicht unbedingt vorgezeichnet: Im Jahr 2000 ging es für den engen Vertrauten von Ministerpräsident Roland Koch erst einmal abwärts auf der Karriereleiter: Jung, von 1987 bis 1991 Generalsekretär der CDU, musste im Zuge der Aufklärung der Schwarzgeldaffäre in jener Zeit auf Druck des damaligen Koalitionspartners FDP zurücktreten von seinem Ministeramt als Chef der Staatskanzlei. „Es rauscht der See und will ein Opfer“ zitierte der CDU-Politiker damals verbittert Wilhelm Tell.

Doch schon ab 2003 ging es für den jovialen Winzersohn wieder aufwärts; zunächst als Fraktionschef im Landtag, dann - überraschend und mit Hilfe seines alten Freundes Koch - als Verteidigungsminister nach der Bundestagswahl 2005. Ein Amt, das der Rechtsanwalt mit viel Herzblut, aber wenig Fortune ausübte. Vier Jahre später wechselte er ins Bundesarbeitsministerium, musste jedoch nach nur 33 Tagen dort die politische Verantwortung für den Luftangriff in Kunduz während seiner Zeit als Verteidigungsminister übernehmen und abermals zurücktreten. Der Angriff hatte mehrere zivile Opfer gefordert.

Wer in welchem Bundesland regiert

Wer in welchem Bundesland regiert

Seine Parteiämter hat Jung immer behalten. Jetzt gibt er eines ab. Sein designierter Nachfolger Burghardt ist seit 2012 Oberbürgermeister in Rüsselsheim. Er hatte die Wahl knapp gegen Jo Dreiseitel (Grüne) gewonnen, der der Landesregierung inzwischen als Staatssekretär für Integration und Antidiskriminierung angehört.

Quelle: op-online.de

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