RMV will attraktiver werden

+
Mehr als 50 weitere S-Bahnstationen werden nun mit Anzeigetafeln und Lautsprechern aufgerüstet.

Offenbach ‐ RMV-Fahrgäste werden Knut Ringat, den Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds, an seinen Versprechen messen: „Wir versuchen möglichst alle Aspekte rund um die Mobilität unserer Kunden zu verbessern, denn das Gesamtangebot muss stimmen.“ Von Peter Schulte-Holtey

Von der Haustür zum neuen Bus, mit Umsteigen im sauberen Bahnhof und mit guten Informationen während des gesamten Weges, insbesondere im Störungsfall - den wir uns natürlich alle wegwünschen“, kündigte er gestern bei der Pressekonferenz in Frankfurt an. Vor allem nach der geballten Zahl von Verkehrsstörungen in den vergangenen Tagen werden viele Ringat beim Wort nehmen, wenn er zusagt: „Wir wollen attraktiver werden.“

Lesen Sie dazu außerdem:

Tatsächlich hat sich der Verkehrsverbund im neuen Jahr viel vorgenommen. Und es gibt einige Hoffnungsschimmer: So sei die Zahl der Fahrgäste 2009 nach ersten Erhebungen im Vergleich zum Vorjahr um fünf Millionen auf 660 Millionen gestiegen. Die Einnahmen wuchsen um rund drei Prozent auf 682 Millionen Euro. Davon stammen nach Angaben des Geschäftsführers rund 57 Prozent aus dem Fahrkartenverkauf, was im bundesweiten Vergleich eine „sehr gute Quote“ sei. In Berlin würden lediglich 20 Prozent erreicht.

Auch bei der Pünktlichkeit der S-Bahnen habe man eine Verbesserung (um zwei Prozent) erreicht. Nun strebt man beim RMV eine Drei-Minuten-Regelung an. Nach Ablauf dieser Zeit beginnt die Verspätung, die vom Verkehrsverbund sanktioniert wird; so will der RMV als Besteller der S-Bahnen und Regionalbahnen mit einem Bonus-Malus-System die Deutsche Bahn und andere von ihm beauftragte Verkehrsträger zu guten Leistungen ermuntern.

Die Unterrichtung der Fahrgäste über Störungen müsse zudem verbessert werden, sagte Ringat. Die Nutzer des Schienenverkehrs hätten bei Umfragen die Informationen bei Verspätungen oder Zugausfällen besonders schlecht bewertet. „Damit sind wir nicht zufrieden.“

Umfangreiche Fahrgastbefragungen geplant

Außerdem soll das Thema Sicherheit in Zukunft noch größer geschrieben werden. Es gebe viele Bahnhöfe, „auf denen es nicht einmal einen funktionierenden Lautsprecher gibt, um zu informieren“, sagte Ringat. 50 S-Bahnstationen sollen jetzt mit Anzeige- und Lautsprecheranlagen aufgerüstet werden. Die Information habe auch einen Bezug zum Sicherheitsgefühl: „Wenn ich nicht informiert bin, bin ich unsicher.“ Die Bewertung der Sicherheit in den S-Bahnen sei bei Umfragen etwas schlechter ausgefallen als in den Vorjahren. Dies habe aber auch mit den Übergriffen in München zu tun, meinte der RMV-Geschäftsführer. Die Sicherheit bewerteten die Fahrgäste subjektiv am besten in den Linien, die schon durch Wettbewerb - über eine mittlerweile vorgeschriebene EU-weite Ausschreibung - vergeben wurden. Auf diesen Strecken verkehren in der Regel modernere Züge. Bei neuen Ausschreibungen für Regionalbahnen werde immer vorgegeben, dass es ganztägig einen Zugbegleiter geben müsse. In den S-Bahnen ist dies bislang erst nach 21 Uhr der Fall; ob der ganztägige Einsatz von Sicherheitspersonal auch auf die S-Bahnen ausgeweitet werden könne, müsse noch durchgerechnet werden.

Um das Angebot besser planen zu können, will der RMV nun umfangreiche Fahrgastbefragungen organisieren. Fest steht schon, dass der Fahrkartenkauf einfacher wird. Für eine aufladbare Chipkarte als Fahrkarte werde an der Software gearbeitet, die ab 2011 Kunden helfen soll, die Hürde „Kauf der richtigen Fahrkarte“ zu senken.

Quelle: op-online.de

Kommentare