Streit im Kreistag

Bei Windenergie Farbe bekennen

Dietzenbach (mic) - Bis zum 8. Oktober kann der Kreis Offenbach offiziell Stellung nehmen zu den Änderungen des Landesentwicklungsplanes Hessen 2000 – Vorgaben zur Nutzung der Windenergie.

Jüngst erfuhren die Grünen, dass der Kreisausschuss als eine Art „Regierung der Region“ nicht gedenkt, diese Möglichkeit zu nutzen.

„Mit den im Entwurf enthaltenen Vorgaben konterkariert die Landesregierung ihr eigenes Ziel für erneuerbare Energie“, unterstreicht Karin Wagner, naturschutzpolitische Sprecherin der Kreistagsfraktion, die Kritik. „Auch der Kreis Offenbach wird wie fast die gesamte Rhein-Main-Region zu den Gebieten gehören, in denen Wertschöpfung durch Windenergie nahezu ausgeschlossen wird. Wir appellieren deshalb an den Kreisausschuss, gegen diese absurden Vorgaben Stellung zu beziehen.“

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Der Entwurf für die Änderungen des Landesentwicklungsplanes beschränkt die Suche nach geeigneten Flächen für Windenergieanlagen auf Gebiete, die einen Mindestabstand von einem Kilometer zur nächsten Ortschaft haben. Außerdem muss die Windgeschwindigkeit in 140 Metern Höhe mindestens bei 5,75 Metern pro Sekunde liegen. Ferner soll die jeweils vorgesehene Fläche mindestens für den Bau von drei Windanlagen ausreichen.

„Diese Vorgaben führen zu einer deutlichen Einschränkung möglicher Vorranggebiete“, erläutert Karin Wagner, „für viele Kommunen werden die Möglichkeiten, sich an der Energiewende zu beteiligen und Einnahmen zu akquirieren, deutlich eingeschränkt.“ Zu den Kommunen, die das Nachsehen hätten, würde auch Rodgau gehören. Dort sei man, wie andernorts auch, von den bisherigen Aussagen ausgegangen, denen eine Mindestwindgeschwindigkeit von 5,5 Meter pro Sekunde zu Grunde lag, berichtet Wagner. Untersuchungen eines Investors, der in Rodgau Windenergieanlagen errichten möchte, kämen bisher zu dem Ergebnis, dass eine wirtschaftliche Nutzung gegeben sei.

Quelle: op-online.de

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