Wo Windräder stehen könnten

+
Die Windräder kommen auch in Hessen.

Darmstadt/Frankfurt - Fast 17 Prozent der Fläche von Südhessen sind prinzipiell für Windräder geeignet.

Das geht aus dem sogenannten Abstands- und Ausschlusskriterienkatalog vor, den das Regierungspräsidium Darmstadt und der Regionalverband FrankfurtRheinMain gestern vorlegten. Darin sind sogenannte Suchräume ausgewiesen, in denen in den nächsten Monaten Vorrangflächen für Windanlagen festgelegt werden sollen.

Bei der Festlegung der „Suchräume“ wurden sowohl die mögliche Windenergieausbeute als auch Voraussetzungen für den Bau von Windrädern berücksichtigt: Ausgesucht wurden Flächen mit einer Mindestwindgeschwindigkeit von mehr als 5,5 Meter pro Sekunde in 140 Metern Höhe. Außerdem waren Abstände von 1000 Metern zu Siedlungen und 100 bis 150 Metern zu Straßen, Schienen und Hochspannungsleitungen einzuhalten.

Auch Schutz von Vögeln und Fledermäusen sei zu prüfen

Geschützte Gebiete kommen für Windräder nicht infrage: „Die Kernzonen der UNESCO-Weltkulturerbestätten Mittelrheintal, Grube Messel, Kloster Lorsch und des Limes sind für die Ausweisung von Vorranggebieten tabu. Ebenso wie Naturschutzgebiete, Schutz- und Bannwälder sowie Naturdenkmäler“, sagte Regierungspräsident Johannes Baron. Das Gebiet des Regierungspräsidiums umfasst den Ballungsraum Rhein-Main. Es reicht von der Wetterau bis zur Landesgrenze mit Baden-Württemberg, vom Rheingau bis in den Spessart.

In den nächsten Monaten wollen das Regierungspräsidium und der Regionalverband Vorranggebiete für die Windenergienutzung ermitteln. Dabei seien weitere Punkte zu klären, etwa Belange der Flugsicherung und Natura-2000-Gebiete. Auch der Schutz von Vögeln und Fledermäusen sei zu prüfen.

Ziel der hessischen Landesregierung ist es, bis zum Jahr 2050 die Energieversorgung Hessens zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken. Dazu sollen Windvorrangflächen auf etwa zwei Prozent der Landesfläche eingerichtet werden. Über den Abstands- und Ausschlusskriterienkatalog wollten die Regionalversammlung Südhessen und der Regionalverband noch im April entscheiden. Noch in diesem Jahr soll über die Vorranggebiete entschieden, im nächsten Jahr der Plan zur Anhörung offengelegt werden.

dpa

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare