Wo ist der Schnee von morgen?

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Ein Archivbild: Bei strahlender Witnersonne genießen Skifahrer im nordhessischen Willingen die erste Abfahrt der Saison. Auch in diesem Jahr sind die hessischen Wintersport-Regionen gewappnet. Fehlt nur noch der Schnee.

Fulda/Offenbach - Wo bleibt die weiße Pracht? Hessens Wintersport-Regionen sind zwar für die Saison gewappnet. Was fehlt, ist aber der Schnee. Dann könnten die Skigebiete auch ihre Neuerungen präsentieren.

Doch schlechte Nachrichten kommen vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach: Mittelfristig ist kein Schnee in Sicht, prognostizieren die Meteorologen. Die Temperaturen bleiben zudem recht moderat. Das Warten auf den Ski- und Rodelspaß geht weiter. Skilift-Betreiber und Touristiker beklagen ausbleibende Umsätze.

WILLINGEN

Das Upland ist ein Dorado für Wintersportler. Verbessert wurde die Infrastruktur. Eine Million Euro sei investiert worden, sagte der Sprecher der Skilift-Gemeinschaft, Jörg Wilke. Angeschafft wurden neue Schneekanonen und Pistenraupen. Wilke ergänzte, man verfüge nun am Ettelsberg (837 Meter) über Deutschlands leistungsstärkste Kabinenseilbahn, Kapazität: 2 800 Fahrgäste pro Stunde.

Die Wintersport-Regionen in Hessen sind für die Saison gewappnet. Fehlt nur noch der Schnee.

Auch das Flutlicht-Angebot sei erweitert worden. Vier Pisten werden auf einer Länge von sieben Kilometern erhellt. „Dass man auch noch spät abends fahren kann, ist ein wichtiger Vorteil“, sagte Wilke. 12 Lifte und 19 Pisten-Kilometer stehen zur Verfügung. Die Langläufer können sich auf rund 100 Loipen-Kilometern (80 Prozent klassisch) betätigen. Wer es gemächlicher mag, dem stehen 30 Kilometer Winterwanderwege zur Verfügung.
Willingen Tourismus zufolge gibt es schon reichlich Anfragen und Buchungen für diese Saison. Um den Jahreswechsel herum sei fast nichts mehr frei, sagte Carolin Habermann. Der verhaltene Winterbeginn ohne Schnee ist kein Problem. Man rechnet mit einer Saison von Mitte Dezember bis Mitte März. Im vergangenen Jahr wurde am 4. Dezember die Saison eröffnet.

RHÖN

Sobald es kalt genug ist, sollen in der Skiarena auf der Wasserkuppe die Kunstschnee-Kanonen eingeschaltet werden. Dann können vor allem die Snowboarder auch den erweiterten Funpark auf Hessen höchstem Berg (950 Meter) testen. Neu auch: Jeden Freitag soll es Fackel-Abfahrten und eine Après-Ski-Party geben. „Die Vorbereitungen sind in vollem Gange auf die Saison. Jetzt brauchen wir nur noch Schnee“, sagte Christine Kolasch vom Rhön-Info-Zentrum.

In der Vorsaison war der Betrieb um diese Zeit bereits im Gange, die Saison startete nach frühem Schneefall schon im November. Die Rhön im Drei-Länder-Eck hat an verschiedenen Orten elf Skigebiete, 19 Lifte und 48 Pisten-Kilometer und 70 Kilometer gespurte Loipen. Aufmerksam macht der Rhön Tourismus in diesem Winter auf Schlittenhunde-Fahrten. „Da ist die Nachfrage schon sehr groß“, sagte Kolasch.

VOGELSBERG

Klein, aber fein - lautet die Devise im Naturpark Hoher Vogelsberg. Es gibt zwar nur drei Liftanlagen, dafür wirkt aber die Natur verlockend in der reizvollen Vulkanlandschaft. Langläufern wird ein Loipen-Netz von 50 Kilometer Länge geboten. Auch Rodelfreunde kommen auf dem Hoherodskopf (764 Meter) und der Herchenhainer Höhe auf ihre Kosten - wenn denn Flocken rieseln. „Im Moment ist die Lage nicht so berauschend, wir warten auf Schnee. Im vergangenen Jahr lag schon welcher zum gleichen Zeitpunkt“, sagte Corinna Schmidt von der Region Vogelsberg Touristik. Den Trend des Schneeschuh-Wanderns will man mitgehen. „Im vergangenen Jahr hatten wir viele Anfragen. Jetzt gibt’s einen Verleih und geführte Touren - auch im Mondschein.“

ODENWALD

Im Odenwald stehen drei größere Skilifte, Langlauf ist auf rund 30 Kilometer Loipen möglich. „Aber im Moment müssen sich die Wintersport-Fans noch gedulden und sollen das schöne November-Wetter genießen“, sagt Martina Faulhaber vom Odenwald Tourismus. Mit großen Schneemengen wird der Odenwald gewöhnlich ohnehin nicht verwöhnt. Es geht nur bis auf 624 Meter hinauf, Loipen und Lifte befinden sich auf einer Höhe von etwa 500 Metern.

dpa

Quelle: op-online.de

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