„Wir haben uns ein Nest geschaffen“

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Glückliches Leben in Langen: Ein junges Paar mit Behinderung hat sich einen Traum erfüllt. Die beiden leben selbstständig in der eigenen Wohnung. Unterstützung bekommen sie von den Mitarbeitern des „Betreuten Wohnens“ des Wohnverbundes Langen.

Die Freude ist unübersehbar. „Wir haben uns unser eigenes Nest geschaffen“, sagt Frau K. stolz. Die Küchenmöbel sind zum Teil niedriger angebracht, um ihr die Arbeit zu erleichtern, denn Frau K. sitzt im Rollstuhl. Als Folge der Krankheit „Spina bifida“ ist sie durch eine Lähmung der Beine gehandicapt.

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Seit 2007 lebt sie mit ihrem Lebensgefährten Herrn L. in einer eigenen rollstuhlgerechten Wohnung im Langener Nordend und wird dabei von Mitarbeitern des „Betreuten Wohnens“ in Langen begleitet und unterstützt. „Es ist ein tolles Gefühl, selbst entscheiden zu können, was man unternimmt!“, sind sich die beiden einig. Der Weg dorthin war sowohl für das Paar, als auch für die Eltern und Verwandten nicht leicht. Zu Beginn war es nicht sicher, ob dem jungen Paar - beide haben eine Lernschwäche (leichte geistige Behinderung) - das selbstständige Leben gelingen würde. „Wir wollten das unbedingt und haben es geschafft, die Anderen zu überzeugen“, sagen beide stolz. Der Schritt war groß und Frau K. sagt offen: „Am Anfang haben wir unsere Familien schon sehr vermisst“.

Möglich wurde dies durch das Angebot des Vereins Behindertenhilfe. Menschen mit einer geistigen Behinderung, die sich für den Schritt in die Selbstständigkeit entscheiden, finden im Verein Unterstützung in Form von pädagogischer Einzelbetreuung, die aus Besuchen und gemeinsamen Aktivitäten besteht. „Das Angebot reicht von der Unterstützung bei der Wohnungssuche und Hilfe beim Umzug über pädagogische Anleitung im Haushalt, Begleitung bei Einkäufen und Arztbesuchen, bis hin zu psychosozialer Beratung“, so Robert Maßholder, der Leiter fürs „Ambulant Betreute Wohnen“ in Langen. Dabei richtet sich der zeitliche Umfang flexibel nach dem jeweiligen Hilfebedarf. „Auch viele Kontakte in der Nachbarschaft sind inzwischen entstanden“, freut er sich. „Wir haben viele Leute um uns herum, die auch mal im Notfall einspringen können“, bestätigt Frau K. Vor kurzem hat das Paar sogar einen weiteren Schritt in ein selbst bestimmtes Leben gemacht, es unternahm eine erste gemeinsame Urlaubsreise. Beide sind zuversichtlich, dass sie sich in dieser Lebens- und Betreuungsform noch weiter entwickeln können.

Quelle: op-online.de

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