Wer wird Landrat?

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Carsten Müller (SPD)

Dietzenbach - (mic) Am 28. Februar kommenden Jahres endet die Amtszeit von Peter Walter, Landrat des Kreises Offenbach. Doch schon am morgigen Sonntag entscheidet sich möglicherweise, wer die Nachfolge des Ende 1997 in dieses Amt gewählten CDU-Politikers antritt.

249 308 Wähler im Kreis Offenbach sind zum Urnengang für die Landratswahl aufgerufen. Peter Walter (CDU) gewann im Jahr 2003 mit 68,9 Prozent, sein Konkurrent Thomas Przibilla (SPD) kam auf 31,1 Prozent.

Zur Wahl als Landrat, der Moderator zwischen den 13 Kreiskommunen ist und neben den Kreistag maßgeblich die Kreispolitik prägt, stellen sich morgen Oliver Quilling (CDU), Carsten Müller (SPD) und Daniell Bastian (FDP). Die beiden Favoriten von CDU und SPD, die in ihrer Arbeit schon jetzt viele Berührungspunkte haben, erklärten bereits, sie könnten sich eine weitere Zusammenarbeit, in welcher Konstellation auch immer, vorstellen. Der 56 Jahre alte Walter stützte sich auf eine große Koalition. Da morgen nur der Landrat, nicht aber der Kreistag gewählt wird, bleiben die politischen Kräfteverhältnisse bestehen.

Ein Ergebnis des Urnengangs ist schwer vorherzusagen, eine Stichwahl - der Sieger im ersten Wahlgang müsste mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten - scheint durchaus möglich. Oliver Quilling, geboren 1965 in Offenbach, ist seit 1996 Bürgermeister der Stadt Neu-Isenburg. Er wurde zwei Mal wiedergewählt und steht nun in seiner dritten Amtszeit. Er gehört dem Kreistag seit 1989 an und führt seit 2000 die CDU-Fraktion.

Carsten Müller, 1972 in Rotenburg an der Fulda geboren und in Heusenstamm aufgewachsen, war bis zu seiner Wahl zum hauptamtlichen Kreisbeigeordneten im Jahr 2005 Rechtsanwalt. Er ist in der großen Koalition im Kreis seit viereinhalb Jahren für die Bereiche Arbeit, Jugend, Soziales und Senioren zuständig. Im Jahre 2004 ist er zum SPD-Kreisvorsitzenden gewählt worden.

Daniell Bastian (FDP)

Auch Daniell Bastian, der FDP-Matador, ist Jurist. Geboren 1975 in Langen, wohnt er in Seligenstadt. Er war bis 2007 Doktorand am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt. Derzeit hat man den Bediensteten beim Hessischen Innenministerium ans Wirtschaftsministerium abgeordnet.

Carsten Müller, der SPD-Kandidat, erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung, „gute Schulen, soziale Absicherung und eine starke heimische Wirtschaft“ seien die Schwerpunkte seiner Agenda. Auch will er „mehr Ganztagsbetreuung und zusätzliche Hilfe an unseren Schulen“ durchsetzen. Im Hinblick auf die Älteren in der Gesellschaft müsse der Kreis sich darum kümmern, dass die entsprechende Infrastruktur direkt vor Ort erhalten bleibe. Beim Themenkomplex Wirtschaftskraft im Kreis beabsichtigt Müller, durch Hilfestellung bei Förderanträgen, Verfahrensbeschleunigung und eine gut funktionierende Koordinationsstelle neue Unternehmen bei ihrer Ansiedelung zu unterstützen. „Für meine Amtsführung ist mir eine Politik wichtig, die offen ist für Neues und andere Meinungen gelten lässt“, erklärte Müller.

Oliver Quilling (CDU)

Sein CDU-Widersacher Oliver Quilling sieht sich insbesondere wegen seiner „bürgernahen Politik als Bürgermeister für alle Generationen - ob deutsch oder nichtdeutsch“ zum Amt des Landrats berufen. Er wolle den Kreis zum Schulstandort Nummer 1 in Hessen machen, den Ausbau der Ganztagsangebote, der Kleinkind-Betreuung und der Schulsozialarbeit vorantreiben. „Die Leute sollten mich wählen, weil ich die Stärken des Kreises und damit den Wirtschaftsstandort voranbringen will. Interessiert sei er „nur an Problemlösungen und nicht an ideologischem Gezänk“.

FDP-Mann Daniell Bastian glaubt, dass man ihn wählen sollte, weil „ich den Menschen im Kreis eine personelle und inhaltliche Alternative zur großen Koalition aus CDU und SPD bieten möchte“. Er stehe für Schulvielfalt, den Ausbau von Ganztagsschulen und den Erhalt auch von kleinen Schulen. „Mit mir wird es keine weiteren Schulschließungen geben. Zudem werde ich konsequent zu einer soliden Haushaltspolitik zurückkehren und die risikoreichen Finanzbeteiligungen auflösen.“

Quelle: op-online.de

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