Was wird aus dem Opernball?

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Der Opernball 2012.

Frankfurt - Das Schicksal des „Deutschen Opernballs“ bleibt ungewiss. „Herr Pasenau hat um einen Gesprächstermin gebeten, ihn erhalten und dann abgesagt“, berichtete gestern Mittag Stephan Pauly, Intendant der Alten Oper. Von Michael Eschenauer

Ursprünglich hatte man bei einem Treffen die Chancen für eine Einigung ausloten wollen. Nun sei die Sachlage unverändert, man habe die Verträge gekündigt, bleibe aber gesprächsbereit. Finden Alte Oper und Veranstalter keine Lösung für die Außenstände, die, wie berichtet, bei 120.000 Euro liegen, würde dies das Ende der seit 30 Jahren bekannten, bestaunten und angefeindeten Glamour-Veranstaltung bedeuten.

Pauly wollte gestern nichts zu Vorbedingungen für Verhandlungen sagen. „Wir führen die Verhandlungen nicht öffentlich, die Lösung muss nicht von uns kommen“, so Pauly. Pasenau habe sogar auf das Angebot, die offenen Rechnungen abzustottern, erklärt, auch dies sei ihm nicht möglich. Pauly drückte sein Bedauern über die Probleme aus. Er müsse allerdings die Geschäftslage der Alten Oper im Auge behalten.

Medienberichten zufolge fließen Sponsorengelder, die die finanzielle Basis einer Einigung bilden könnten, spärlich, weil niemand weiß, wie es weitergeht. Auch sollen Geschäftsleute über eine Art „Rettungsinitiative“ nachdenken. Der Vertrag mit Pasenau sollte bis 2016 laufen. Die Probleme kamen allerdings nicht gänzlich unerwartet, hatte die größte Veranstaltung, die in der Alten Oper stattfand, doch zunehmend mit Popularitätsschwund zu kämpfen; immer weniger Prominente kamen.

Opernball als Marke geschützt

Pasenau hatte als Grund für die Außenstände die sehr schlechte Bilanz des diesjährigen Festes in der Alten Oper genannt. Der 68-Jährige berichtete von massivem Wegbrechen vieler Sponsoren. Zwar spielte auch zum 25. Februar noch einmal die Musik zum Tanz auf, doch manche Rechnung der Alten Oper als Vermieter blieb offen. Das Schiff habe sich nicht mehr stoppen lassen, beantwortete der Impressario, die Frage, warum man das Ganze nicht habe ausfallen lassen. Auch die Stadt sei zurückhaltend bei der Frage nach einer Unterstützung für den Imageträger Frankfurts geblieben.

Ob es eine Nachfolge für den von vielen Besuchern als wohltuend locker empfundenen „Deutschen Opernball“ geben wird, ist derzeit völlig offen. Manfred Pasenau hat sich die Marke schützen lassen. Er selbst war für die Redaktion gestern nicht zu erreichen.

Quelle: op-online.de

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