Fraport-Studie zum Terminal 3

Wirtschaft begeistert, BI enttäuscht

Frankfurt - Die Fraport-Studie hat gestern Wirtschaft und Politik in Hessen beschäftigt. Wie immer bei diesem brisanten Thema gingen die Meinungen diametral auseinander.

Wirtschaftsverbände sprachen sich einhellig für den Bau des Terminals aus. Der Flughafenverband ADV, das Deutsche Verkehrsforum, der Verband der chemischen Industrie, die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände und die Industrie- und Handelskammer Frankfurt wiesen auf die Rolle des Flughafens als internationale Drehscheibe und Wirtschaftsfaktor für ganz Deutschland hin. Auch die Fraport-Belegschaft äußerte Zustimmung und die Erwartung, dass angesichts der Verkehrsentwicklung Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen würden.

Die Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau sehen die grüne Flughafenpolitik indes gescheitert. Der grüne Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir werde von der Luftverkehrswirtschaft vorgeführt, sagte BI-Sprecher Thomas Scheffler. Nicht ohne Ironie fügte er hinzu: „Wir sind nicht enttäuscht, denn wer nichts erwartet, wird nicht enttäuscht.“ Es sei jetzt an der Zeit, den Joker aus der Koalitionsvereinbarung zu ziehen: Planänderungen und eine Modifizierung der Betriebsgenehmigung würden dort als Ultima Ratio genannt.

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Auch die hessische SPD sieht eine Niederlage der Landesregierung. Schwarz-Grün habe im Koalitionsvertrag fälschlicherweise den Eindruck erweckt, die Politik habe bei dem Thema noch mitzureden, sagte Landes- und Fraktionsvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel. Der Flughafenbetreiber Fraport habe Baurecht und werde es nutzen. Es sei unklar, was das angekündigte Gutachten von Al-Wazir zu der Fraport-Expertise bringen solle. Die SPD-Fraktion will bei einer Anhörung im November Experten zum Bau von Terminal 3 hören.

Die Linken-Fraktionsvorsitzende Janine Wissler rief Al-Wazir dazu auf, sein Wahlkampfversprechen einzuhalten und den Bau zu verhindern. Der Flughafen brauche neue Kapazitäten und damit auch das neue Terminal, sagte dagegen FDP-Fraktionschef Florian Rentsch. Die Belegschaft der Fraport AG, deren Betriebsrat und der Konzernbetriebsrat bekannten sich bei einer Betriebsversammlung gestern „einhellig zum Ausbau und somit zum Bau des Terminal 3“, wie es in einer Pressemitteilung hieß. „Hiermit verbunden ist die Erwartung, dass mit der Einschätzung der positiven künftigen Verkehrsentwicklung auch die Sicherung der bestehenden und ein Zuwachs von weiteren Arbeitsplätzen im gesamten Konzern verbunden ist.“

dpa/ad

Quelle: op-online.de

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