Wirtschaft in der Region auf Wachstumspfad

Frankfurt ‐ Die Wirtschaft in der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main hat sich von der schlimmsten Rezession der Nachkriegszeit erholt, die Firmen schaffen Arbeitsplätze. In den nächsten Jahren droht indes ein Fachkräftemangel. Von Marc Kuhn

In diesem Jahr sei mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,2 Prozent zu rechnen, sagte Hartwig Rohde, Geschäftsführer des IHK-Forums Rhein-Main, gestern in Frankfurt bei der Vorstellung der Prognose für 2011. Fast 90 Prozent der Unternehmen in Frankfurt-Rhein-Main würden ihre Geschäftslage als befriedigend bis gut bezeichnen. Getragen werde der Aufschwung von den Exporten. Rohde sprach aber auch von einer anziehenden Binnennachfrage. In diesem Jahr würden in der Metropolregion etwa 6.000 Stellen geschaffen. Das sei ein Plus von 0,3 Prozent. Damit seien in der Region, die neben Hessen auch Teile von Bayern und Rheinland-Pfalz umfasst, rund 2 026 300 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Die Arbeitslosenzahlen entwickeln sich in den Landkreisen recht unterschiedlich. So seien im Oktober beispielsweise im Landkreis Aschaffenburg 2,9 Prozent Erwerbslose gemeldet gewesen, erklärte Rohde. In den Zentren würden die Zahlen wegen der Zusammensetzung der Bevölkerung anders aussehen. So sei in Offenbach eine Arbeitslosenquote von 10,2 Prozent registriert worden.

Immer schwieriger freie Stellen zu besetzten

Der Aufschwung in der Metropolregion halte auch 2011 an, berichtete Rohde weiter. Allerdings verliere die Nachfrage aus dem Ausland an Dynamik, so dass das Bruttoinlandsprodukt nach den Berechnungen des IHK-Forums nur um zwei Prozent zulege. Die Rückmeldungen aus den Unternehmen würden zudem zeigen, dass sich der Stellenaufbau verstärke. Im nächsten Jahr würden etwa 28 000 neue Arbeitsplätze geschaffen, ein Zuwachs von 1,4 Prozent. Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung sieht Rohde in der hohen Verschuldung von Ländern wie Griechenland, Großbritannien und den USA. Gefahren gingen auch vom Währungsstreit zwischen China und den Vereinigten Staaten aus.

Rohde erläuterte, für die Firmen werde es immer schwieriger, freie Stellen zu besetzen. Dieser Fachkräftemangel könne zu einem Bremsklotz für den Aufschwung werden. Hubertus Hille, Chefvolkswirt der IHK Frankfurt, sagte, bis zum Jahr 2015 würden in der Metropolregion pro Jahr durchschnittlich 135.000 Fachkräfte fehlen. Um das Problem in den Griff zu bekommen, müsste beispielsweise die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden. Darüber hinaus müssten ältere Mitarbeiter länger in den Betrieben gehalten und die Ausbildungsfähigkeit von Schulabgängern müsste verbessert werden. Hille sprach sich auch für mehr qualifizierte Zuwanderung in den Arbeitsmarkt aus.

Quelle: op-online.de

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