Frankfurter Internationalität

Frankfurt - Die Stadt Frankfurt will ihre Wirtschaftsförderung internationalisieren. Von Christian Riethmüller

Zu diesem Zweck sollen sowohl städtische und regionale Gesellschaften, die sich um die internationale Zusammenarbeit, kümmern, als auch Institutionen wie Hochschulen oder die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) in ein Netzwerk eingebunden werden. Auch Bürger mit Migrationshintergrund sollen verstärkt als Mittler und Botschafter in die Wirtschaftsprozesse eingebunden werden, regten Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) in einem am Dienstag in Frankfurt vorgestellten Positionspapier an.

Wie Feldmann ausführte, will er die vielfältigen Städtepartnerschaften und -kooperationen Frankfurts nutzen, um für Ansiedlungen internationaler Unternehmen zu werben. Für die Vertreter der internationalen Wirtschaft will der Oberbürgermeister zudem einen eigenen Empfang geben, „um diese Zielgruppe stärker zu würdigen“. Weiter schlägt Feldmann den zeitweiligen internationalen Austausch von Mitarbeitern aus städtischen Ämtern und Gesellschaften vor, um deren interkulturelle Kompetenz zu fördern.

Vereinigte Arabische Emirate soll investieren

Auf Hochschulebene sieht das Positionspapier Stipendien für zwei bis drei internationale Studenten und die Förderung von Abschlussarbeiten vor, die sich mit internationalen Wirtschaftsfragen beschäftigen. Außerdem soll erfasst werden, wie viele zweisprachige Absolventen es an den Frankfurter Hochschulen gibt, die wiederum ausländische Firmen bei der Ansiedlung in der Rhein-main-Region unterstützen oder aber als „Frankfurt-Botschafter“ im Ausland unterwegs sein könnten. Eine solche „Botschafter-Rolle“ sollen aber auch nicht-akademische Beschäftigte mit Migrationshintergrund übernehmen.

Konkret haben Feldmann und Frank vor allem die wirtschaftlich sehr starken Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) im Blick, die zu Investitionen im Frankfurter Raum ermutigt werden sollen. Wie der Oberbürgermeister und der Wirtschaftsdezernent betonten, soll beim Marketing für Frankfurt die Rhein-Main-Region nicht vergessen werden, deren Ressourcen - nicht zuletzt die von 15 Kreisen und Städten gemeinsam finanzierte Standortmarketinggesellschaft FrankfurtRheinMain GmbH - die Stadt aber auch selbstbewusst für sich nutzen will.

Feldmann warb - wie schon so viele vor ihm - für die „gemeinsame Telefonnummer der Region“, an die sich an einem Investment in Frankfurt und seinem Umland interessierte Firmen wenden können. Und wie auch andere Entscheidungsträger vor ihm, will Feldmann nun die Spitzen der vielen regionalen, mit Fragen der Wirtschaftsförderung beschäftigen Gesellschaften zu einem Gespräch laden, um einmal mehr zu versuchen, deren Kräfte zu bündeln. Ein Patentrezept weiß Feldmann allerdings nicht.

Quelle: op-online.de

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