Frankfurter suchen Bleibe in Offenbach

Wohnen wird in Rhein-Main zum Luxusgut

Offenbach/Frankfurt/Wiesbaden/Darmstadt - Der Immobilienmarkt im Rhein-Main-Gebiet ist äußerst angespannt. Miet- und Kaufpreise steigen rasant, weil Wohnungen fehlen und Anleger wegen der guten Renditen den Maklern die Objekte aus den Händen reißen. Die Folge: Wohnen wird für viele zum Luxus.

Die Mieten steigen keineswegs nur in Frankfurt kräftig - auch in Offenbach, Wiesbaden, Darmstadt und der gesamten Region. „Seit Jahren wird weniger gebaut, als es dem Bedarf entspricht“, sagt der Direktor des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft, Rudolf Ridinger. Und: „Es gibt keine kurzfristigen Lösungen.“ Dann verschärft sich die Situation noch, weil die Städte in Rhein-Main entgegen der allgemeinen demografischen Entwicklung Zuzüge zu erwarten haben und neue Flächen angesichts von Siedlungsbeschränkungen aufwändiger zu entwickeln sind.

Offenbach beispielsweise hat etwa 5000 Einwohner mehr als vor drei Jahren. Das merkt auch der Geschäftsführer der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach (GBO), Winfried Männche, der eine Verdoppelung der Nachfrage nach GBO-Wohnungen binnen dieser drei Jahre registriert hat. Männche: „Wir sind bei einer Leerstandsquote von 0,5 Prozent voll vermietet.“ Vor allem junge Paare und Familien sowie eine wachsende Zahl von Studenten drängen auf den Wohnungsmarkt. Dazu kommt eine nicht zu vernachlässigende Zahl von Bulgaren und Rumänen.

Kommunalpolitik ist gefragt

Doch kommt es nicht allein auf die Zahl der Personen an, sondern auf die der Haushalte. Und die wächst angesichts des Single-Trends. Selbst Menschen mit mittlerem Einkommen finden in den Rhein-Main-Städten nur mühsam eine attraktive Bleibe. „In Frankfurt gibt es zu wenig bezahlbare Wohnungen vor allem für Rentner und Familien“, sagt Thilo Allwardt vom Mieterbund (DMB). Bei Neuvermietung in der Innenstadtlagen würden elf, zwölf Euro Kaltmiete pro Quadratmeter verlangt. Steigerungen von 15 bis 20 Prozent seien keine Seltenheit. Immer öfter fragen deshalb Interessenten aus Frankfurt in Offenbach nach, empfinden selbst Quadratmeterpreise von 10 bis 12 Euro noch als bezahlbar“, wie Männche berichtet.

Was tun? Die Kommunalpolitik hat schon Weichen gestellt. In Offenbach sollen unter anderem die „wohnungspolitischen Leitlinien“ zur Bestandsverbesserung beitragen. Dahinter verbergen sich unter anderem Stadtteilentwicklungskonzepte und eine Wiederbelebung des geförderten Mietwohnungsbaus. Wiesbaden hat eine „Stabsstelle Bezahlbarer Wohnraum“ eingerichtet mit dem Ziel, dass in jedem Neubau mit mehr als 20 Wohnungen mindestens 15 Prozent preisgebunden sind. In einem weiteren Schritt soll mehr Bauland ausgewiesen werden und via Mietspiegel eine Preisexplosion verhindert werden.

fp/dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Rainer Sturm/pixelio.de

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