Wohnraum wird zur Mangelware

Frankfurt - Die hessischen Baufirmen schlagen Alarm: In den Ballungsgebieten stehe nicht mehr genügend bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung. Von Marc Kuhn

Das gelte auch für das Rhein-Main-Gebiet, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen, Rainer von Borstel, gestern in Frankfurt. Die Zahl der neu gebauten Wohnungen sei seit Jahren rückläufig. Im Rhein-Main-Gebiet würden 50 000 bis 100 000 Wohnungen fehlen. Von Borstel forderte Anreize für Investitionen vom Staat wie ein degressive Abschreibung für den Wohnungsbau. Der Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Hans-Hartwig Loewenstein, erklärte: „Die Politik in Berlin bedrängen wir, dass da etwas geschehen muss.“

Wegen der Straßenschäden aufgrund des harten Winters attackierte er die Kommunen. „Da muss mehr Geld reingesteckt werden“, sagte Loewenstein. Nur so kann nach seiner Ansicht die Infrastruktur erhalten werden. Die Straßen müssten nicht geflickt, sondern grundsätzlich repariert werden, verlangte Michael Kellermann, der Präsident des Verbands baugewerblicher Unternehmen Hessen.

Die Umsätze in der hessischen Bauwirtschaft stagnierten im vergangenen Jahr. Von Januar bis Oktober seien sie um 0,1 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro gestiegen, berichtete der Verband. Wegen des strengen Winters rechnet er für das gesamte Jahr mit einem Umsatz in Höhe von 5,3 Milliarden Euro - wie 2009. Der Wohnungsbau habe deutlich zugelegt, erläuterte von Borstel. Die Erlöse stiegen um 7,6 Prozent. Wegen der Wirtschaftskrise habe es im gewerblichen und industriellen Bau einen Rückgang bei den Umsätzen gegeben, sagte von Borstel - um 12,3 Prozent. Beim öffentlichen und Verkehrsbau seien sie um 6,9 Prozent gestiegen. Im Straßenbau sind die Erlöse um sechs Prozent gesunken. Dagegen sind die Umsätze wegen der Konjunkturprogramme im Hochbau um fast 45 Prozent gestiegen. Allerdings rechnet der Verband in diesem Jahr mit einem Rückgang der Erlöse im öffentlichen Hochbau wegen der auslaufenden Fördermaßnahmen.

Quelle: op-online.de

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