Thomas Wolf womöglich nur bedingt verhandlungsfähig

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Der Schwerverbrecher Thomas Wolf ist wegen einer Borreliose- Erkrankung nach einem Zeckenbiss möglicherweise nur eingeschränkt verhandlungsfähig.

Wiesbaden - Der Schwerverbrecher Thomas Wolf ist wegen einer Borreliose-Erkrankung nach einem Zeckenbiss möglicherweise nur eingeschränkt verhandlungsfähig.

Nach derzeitigem Kenntnisstand sei aber nicht absehbar, dass deshalb überhaupt nicht gegen Wolf verhandelt werden könne, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiesbaden heute. Er bestätigte Informationen der „Bild“-Zeitung über die Erkrankung des 57-Jährigen. Wolfs Frankfurter Anwalt Joachim Bremer hält seinen Mandanten wegen der bakteriellen Infektionskrankheit derzeit nicht für verhandlungsfähig.

Wolf wartet momentan auf den Beginn des Prozesses vor dem Landgericht Wiesbaden. Wolf hatte im März 2009 eine Bankiersgattin in der hessischen Landeshauptstadt entführt. Nachdem er rund 1,8 Millionen Euro erpresst hatte, ließ er die Frau wieder frei und flüchtete. Wochenlang tauchte Wolf unter und versteckte sich dabei auch in Wäldern. Möglicherweise zog er sich dabei den Zeckenbiss zu.

Acht Jahre mit falscher Identität in Frankfurt gelebt

Die Polizei nahm Wolf Ende Mai 2009 in Hamburg fest. Ursprünglich sollte der Prozess gegen den Schwerverbrecher im Frühjahr starten. Wegen eines noch fehlenden Gutachtens hat das Landgericht Wiesbaden aber noch keinen Termin festgelegt. Wenn das Gutachten vorliegt, könne die Verhandlung noch im Sommer beginnen, sagte eine Sprecherin des Landgerichts. Wird Wolf nur als bedingt verhandlungsfähig eingestuft, könnte dies bedeuten, dass das Gericht beispielsweise nur wenige Stunden pro Tag verhandelt. Angeklagt ist Wolf in Wiesbaden auch wegen eines Banküberfalls aus dem Jahr 2000 in Hamburg. Dabei soll er umgerechnet etwa 256.000 Euro erbeutet haben.

Der heute 57-Jährige war damals erst kurz zuvor nach einem Freigang aus einem Gefängnis in Moers (Nordrhein-Westfalen) verschwunden. Dort hätte er noch sechs Jahr Haft absitzen sollen. Nach seiner Flucht aus dem Gefängnis lebte Wolf fast acht Jahre lang mit falscher Identität in Frankfurt. Anwalt Bremer sagte, der Gesundheitszustand seines Mandanten habe sich zusehends verschlechtert. Es müsse eventuell auch noch überprüft werden, ob Wolf auf Dauer haftfähig sei. Sein Mandant habe unter anderem Schwächeanfälle und leide an Konzentrationsmängeln. Wolf war wegen der von Zecken übertragenen Erkrankung zwischenzeitlich in die Krankenhausabteilung eines Gefängnisses in Kassel verlegt worden. Mittlerweile befindet er sich wieder in der Justizvollzugsanstalt in Weiterstadt bei Darmstadt. Nach Darstellung seines Anwalts Bremer wurde die Erkrankung im Gefängnis nicht rechtzeitig erkannt und daher zu spät behandelt.

Quelle: op-online.de

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