Offenbacher Eierwerfer attackiert Wulff

Wiesbaden - Der Antrittsbesuch von Bundespräsident Wulff in Hessen wurde von einem Eierwurf überschattet. Ein Mann - wohl ein Offenbacher - stürmte in Wiesbaden heran und traf Wulff sowie Ministerpräsident Bouffier. Die beiden ließen sich aber nur kurz irritieren.

Kein netter Empfang: Bundespräsident Christian Wulff ist am heute Mittag bei seinem offiziellen Antrittsbesuch in Hessen mit Eiern beworfen worden. Der 51-Jährige und Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wurden getroffen. Sicherheitskräfte überwältigten den Einzeltäter und führten ihn ab. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen 48-Jährigen aus Offenbach.

Der Eierwerfer hatte im Jahr 2007 schon das damalige Staatsoberhaupt Horst Köhler attackiert. Die Polizei bestätigte in Wiesbaden einen entsprechenden Bericht von Hitradio FFH. Der heute 48-Jährige hatte Köhler im Oktober 2007 bei einem Besuch der Frankfurter Paulskirche mehrere Sekunden lang mit seinen Armen umklammert. Anfang Februar 2011 wurde das Verfahren wegen geringer Schuld eingestellt, allerdings sollte der Mann 40 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Hintergrund seiner damaligen Tat waren Mietstreitigkeiten.

Die Ei-Attacke in Bildern

Ei-Attacke auf Bundespräsident Wulff

Der Zwischenfall ereignete sich auf dem zentralen Wiesbadener Platz zwischen Rathaus und hessischem Landtag. Ein weiteres Ei hatte die Politiker verfehlt. Wenige Minuten nach der Attacke kam Wulff im neuen Jackett wieder aus dem Landtag und ließ sich mit einer Gruppe Mädchen fotografieren, die am „Girl's Day“ das Berufsleben im hessischen Parlament kennenlernten. Später sprach er auch noch mit älteren Wiesbadener Bürgern.

Wulff empfindet „eher Bedauern“ für den Werfer

Er habe selbst darum gebeten, die Sicherheitsmaßnahmen möglichst gering zu halten, sagte Wulff. „Ich möchte den Kontakt zu den Bürgern haben. Das setzt voraus, dass man auch einmal von einem Ei getroffen wird.“ Für den Werfer empfinde er eher Bedauern. Die Sicherheitsmaßnahmen würden nicht erhöht.

Der Bundespräsident war zu seinem offiziellen Antrittsbesuch nach Wiesbaden gereist. Er führte politische Gespräche mit Ministerpräsident Bouffier (CDU) und anderen Landespolitikern. Außerdem wollte Wulff die Städte Bad Vilbel und Marburg besuchen und dort mit Bürgern und Kirchenvertretern zusammenkommen. Im Landtag kam Wulff getrennt mit dem Ältestenrat und mit Vertretern der Landesregierung zusammen. Eine Rede vor dem zeitgleich tagenden Landtag hielt er nicht. Wulff hätte dazu jederzeit Gelegenheit erhalten, wenn er dies gewünscht hätte, sagte Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU), der bei der Eierattacke auch dabei stand. Auch Wulffs Vorgänger Horst Köhler hatte bei seinem Antrittsbesuch in Wiesbaden auf eine Rede vor dem Parlament verzichtet.

Wulffs Ehefrau Bettina begleitete den Besuch nicht. Der frühere Ministerpräsident von Niedersachsen ist seit dem 30. Juni 2010 der zehnte Präsident der Bundesrepublik. Hessen ist das zwölfte Bundesland, dem er einen Antrittsbesuch abstattet.

dpa

Quelle: op-online.de

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