Verkehrsunfälle 2014

Mehr Todesopfer und Schwerverletzte

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Die Zahl der Verkehrsunfälle in der Region hat einen historischen Tiefstand erreicht. Jedoch gab es im vergangenen Jahr mehr Todesopfer und Schwerverletzte.

Offenbach - Die Zahl der Verkehrsunfälle in Stadt und Kreis Offenbach sowie im Main-Kinzig-Kreis ist im vergangenen Jahr auf 13.792 Fälle (minus 1,7 Prozent) gesunken. Es ist die niedrigste Zahl seit Gründung des Polizeipräsidiums Südosthessen im Jahr 2001. Von Christoph Zöllner

„Aber jeder Tote und Schwerverletzte ist einer zu viel“, resümierte Polizeipräsident Roland Ullmann. 2014 kamen 29 Menschen bei 28 Unfällen ums Leben. 7. Februar 2014, 17.32 Uhr. Auf der B448 zwischen Offenbach und Obertshausen, erlaubt ist eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h, biegt ein Autofahrer auf die linke Spur. Dabei rechnet er nicht damit, dass von hinten ein Supersportwagen mit 210 km/h heranrauscht. Ein 23-Jähriger mit einem 560 PS starken Wagen will noch ausweichen, gerät aber in Höhe der Brücke Würzburger Straße ins Schleudern, durchpflügt den Grünstreifen am rechten Fahrbahnrand und prallt nach etwa 110 Metern gegen einen Baum. Um 23.52 Uhr erliegt der aus dem Wrack geborgene junge Mann im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

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„Zeugen hatten beobachtet, dass er schon im Stadtverkehr zu schnell unterwegs war“, berichtete gestern Direktionsleiter Claus Spinnler bei der Vorstellung des Verkehrsberichts 2014. Den Gästen stockt der Atem, als er ein Video abspielt, das den nachgestellten Unfall aus Sicht des Verunglückten zeigt. „Eine gewisse Überschreitung ist normal, aber nicht Tempo 210“, so Spinnler.

Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor die Hauptursache für Unfälle mit schweren Verletzungen und Todesfällen. Temposünden forderten 2014 sechs Tote und 136 Schwerverletzte. „Das ist dann kein Schicksal oder Pech. Das bedeutet immenses Leid für Opfer und Angehörige, für Retter und Polizei“, sagte Leitender Polizeidirektor Alexander König. Ullmann zitierte eine wissenschaftliche Studie, wonach acht von zehn Fußgängern bei einer Kollision mit einem Auto, das mit 65 Stundenkilometern unterwegs ist, mit hoher Wahrscheinlich sterben. Bei einem Zusammenstoß mit einem 50 Stundenkilometer fahrenden Auto überlebten aber acht von zehn.

Der Anteil der Unfälle mit Verletzten ist um 158 auf 2952 gestiegen. Insgesamt erlitten 3944 Verkehrsteilnehmer Blessuren oder wurden getötet. Zusammenstöße mit Wildtieren sind dagegen rückläufig. Die Statistik weist 1069 Wildunfälle und damit 138 weniger als 2013 aus. Das ist die niedrigste Zahl der letzten fünf Jahre. Die Beamten führen den Rückgang auf das Anbringen auffälliger Schilder sowie gezielte Kontrollen zurück. Zwar kam im vergangenen Jahr bei Wildunfällen erneut niemand ums Leben, allerdings erlitten drei Menschen schwere Verletzungen, 20 leichte Blessuren.

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Bei der Unfallflucht ging die Zahl um 74 auf 5327 zurück. Allerdings gab es 37 zusätzliche Delikte (insgesamt 308), bei denen sich ein Beteiligter trotz verletzter Menschen einfach entfernte. Immerhin gelang es den Beamten, 38 Prozent (plus zwei Prozent) aller Fälle aufzuklären, bei Unfallfluchten mit Personenschaden betrug die Quote sogar 55,60 Prozent. „Unfallflucht lohnt sich also nicht“, bilanzierte König. Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss stieg nach dem bislang niedrigsten Stand im Vorjahr (511) zwar auf 535 an, sie liegt jedoch wieder unter dem Niveau des Jahres 2012 mit 571 Unfällen. 2014 standen der Polizei zufolge 448 Unfallbeteiligte unter Alkoholeinfluss, 46 nahmen berauschende Mittel, 41 hatten sowohl Alkohol als auch Drogen konsumiert. Bei 192 Unfällen kamen Menschen zu Schaden: 168 leicht und 67 schwer. Wie im Vorjahr schon kamen zwei Personen ums Leben.

Quelle: op-online.de

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