Zarbock baut auf „manroland“

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Ralf Zarbock, Hessens Sozialminister Stefan Grüttner und Frank Zarbock (von links nach rechts) freuen sich über die Einweihung der neuen Druckmaschine von „manroland“ in Frankfur t.

Frankfurt - Mit Hightech aus Offenbach stemmt sich eine Frankfurter Firma gegen die Flaute in ihrer Branche: „Wir haben uns entschieden, an die Zukunft zu glauben und zu investieren“, sagt Ralf Zarbock. Von Marc Kuhn

Deshalb hat das Druck- und Verlagshaus Zarbock kürzlich eine Roland 700 Directdrive von „manroland“ in Betrieb genommen - mit Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro die bisher größte Investition in der Geschichte der Firma. Seine Branche „unterliegt einem Strukturwandel“, wie der Geschäftsführer mit Blick auf die digitale Konkurrenz berichtet. „Gedrucktes behauptet sich in manchen Bereichen gut, in anderen nicht. “ Zarbock stellt Geschäftsberichte, Magazine, Kataloge und Broschüren her. Der Geschäftsführer spricht von einem breiten Kunden-Spektrum. Die Hälfte von ihnen seien Finanzdienstleister: Die Frankfurter drucken Unterlagen und Berichte beispielsweise von Banken, Wirtschaftsprüfungsinstituten und Fondsgesellschaften. Zudem arbeitet Zarbock für Werbeagenturen. Und auch die Zeitschrift der Industrie- und Handelskammer Offenbach wird von dem Unternehmen gedruckt, erklärt der Lämmerspieler Zarbock.

Hessens Sozialminister Stefan Grüttner war zur Einweihung der Druckmaschine nach Frankfurt geeilt und betonte in seiner Festrede, wie wichtig Innovation in der heutigen Zeit sei. Marco Faulhaber von „manroland“ dankte für die langjährige Partnerschaft mit der Druckerei. Es sei ein enges Verhältnis, berichtet auch Zarbock. Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahrzehnten etwa zehn Maschinen bei „manroland“ gekauft.

Von der Roland 700 Directdrive verspricht sich der Geschäftsführer entscheidende Vorteile. „Die Maschine kann mehr.“ Vor allem das sogenannte Umrüsten zwischen verschiedenen Druckvorgängen geht wesentlich schneller als bei älteren Maschinen. Bei ihnen dauere der Vorgang etwa 45 Minuten, bei der neuen Druckmaschine werde er auf sieben Minuten verkürzt, erläutert Zarbock. So habe sein Druckhaus „bei den Kapazitäten gewonnen und ist bei den Kosten besser aufgestellt“. Die Frankfurter wollen ihre Produktivität mit der Directdrive um rund 30 Prozent erhöhen. Personal solle aber nicht eingespart werden, verspricht Zarbock, der mit seinem Bruder Frank etwa 85 Menschen beschäftigt.

Der flexible Einsatz von Druckmaschinen wird in der Branche immer wichtiger. So würden zum Beispiel Banken wegen rascher Angebotswechsel Prospekte in kleineren Auflagen öfter in kürzeren Intervallen drucken lassen, berichtet Ralf Zarbock.

„Die Maschine verbindet neueste Technik mit Umweltschutz“, sagt er weiter. So verwende sie beispielsweise bei der Aufbereitung des Wassers für den Druckvorgang keinen Alkohol mehr, sondern pflanzliche Ersatzstoffe. Ein Mess- und Regelsystem sorge dafür, dass die Maschine beim Beginn des Druckens rasch richtig eingestellt wird - so kann Papier gespart werden. Darüber hinaus benötige sie weniger Energie. Ohnehin würden mit der Abwärme der Maschinen die Räume der Druckerei geheizt, erklärt Zarbock.

Nicht nur aus eigener Überzeugung setzt Zarbock auf Umweltschutz. Die Kunden würden solche Maßnahmen auch verlangen, erläutert er. So werde das Engagement für die Umwelt zum Wettbewerbsvorteil. Als einer der ersten habe Zarbock klimaneutrales Drucken in Hessen angeboten, berichtet der Geschäftsführer: Für den Einsatz beispielsweise von Farben und Papier würden Zertifikate gekauft, über die Umweltprojekte finanziert würden.

Nun setzt Zarbock auf Expansion. „Wir wollen unseren Marktanteil im Rhein-Main-Gebiet erweitern.“

Quelle: op-online.de

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