Zecken sind Künstler im Überleben

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Offenbach - Zecken gehören innerhalb der großen Gruppe der Spinnentiere zu den Milben. Weltweit gibt es mehr als 800 verschiedene Zeckenarten. In Europa ist vor allem die Art des Gemeinen Holzbocks für die meisten Stiche beim Menschen verantwortlich.

Dr. Jens Amendt von der Frankfurter Universitätsklinik nennt Zecken ein Evolutionswunder: „In 50 Millionen Jahren haben Zecken sich genetisch nicht verändert und trotzdem überlebt. “ Außerdem sind sie wahre Überlebenskünstler: Eine Zecke stirbt erst bei Temperaturen über 60 Grad, kann bis zu minus 20 Grad für 24 Stunden aushalten und bis zu 30 Tage unter Wasser überleben.

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Zecken leben bevorzugt in Sträuchern, Büschen und Gräsern in Wäldern und Wiesen, Parks und Gärten. Sie brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit und leben besonders häufig in der Nähe von Gewässern. Zu den Wirten zählen Nagetiere, Vögel, Igel, Rehe, Hirsche und auch der Mensch und seine Haustiere.

Hat sich eine Zecke festgebissen, lässt sie sich am Besten mit einer Zeckenzange rasch und mit wenig Druck aus der Haut drehen. Dabei spielt die Drehrichtung keine Rolle. Eine schnelle und sachgemäße Entfernung verhindert lokale Entzündungen und womöglich eine Infektion mit Borreliose. Beim Zeckenstich können verschiedene Krankheitserreger übertragen werden, vor allem Borrelien und FSME-Viren.

FSME

FSME ist eine der gefährlichsten durch Zecken übertragenen Krankheiten in Deutschland. Sie ist eine virusbedingte Hirnhaut- oder Gehirnentzündung, gegen die nur eine Impfung schützt. Die Wahrscheinlichkeit nach einem Zeckenbiss mit FSME infiziert zu sein, liegt bei 1:150. Die Verläufe der Krankheit sind bei Kindern meist milder, wohingegen es bei älteren Menschen häufig zu einem heftigen Krankheitsausbruch mit schweren Lähmungserscheinungen kommt. Die Sterblichkeit bei FSME-Fällen liegt bei einem Prozent.

Borreliose

Während FSME überwiegend in Risikogebieten in Süd- und Mitteldeutschland auftaucht, ist die häufiger übertragene Borreliose deutschlandweit ein Risiko. Gegen die Bakterien-Infektion, an der pro Jahr schätzungsweise 80.000 Deutsche erkranken, gibt es keine Impfung. Sie ist aber mit Antibiotika behandelbar. Auch hier gilt: Je früher sie therapiert wird, desto höher die Heilungschancen.

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(Ron)

Quelle: op-online.de

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