Zehn Jahre „Rodgau-S-Bahn“

Meilenstein für Nahverkehr

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Acht S-Bahn-Fans gaben am 13. Dezember 2003 grünes Licht für die „Rodgau-S-Bahn“.

Offenbach - Die S-Bahn nach Ober-Roden und nach Dietzenbach feiert Jubiläum: Am 13. Dezember rollen die schnellen Triebwagen von S1 und S2 bereits seit zehn Jahren in die Region. Von Michael Eschenauer

Dieses Datum wird Ihre Zeitung nutzen, um in einer Serie verschiedene Aspekte des Themas regionale Mobilität zu beleuchten. Es war ein windiger, ein regnerischer Tag, jener 13. Dezember 2003, an dem der Traum der „Rodgau-S-Bahn“ Wirklichkeit wurde. Prominenz aus nah und fern war zur Eröffnung der beiden „Finger“ erschienen. Festakt im - ebenfalls neuen - Kreishaus in Dietzenbach, Reden, feierlicher Umzug mit Marching Band zum S-Bahn-Halt Dietzenbach-Mitte, offizielles Abfahrtssignal auf dem Bahnsteig.

Zum Jubiläum ein Foto-Wettbewerb für Schulklassen aus der Region: Wir sammeln Bilder, die Schulklasse mit den schönsten Einsendungen kann 1000 Euro gewinnen! 

Das Interesse der Bevölkerung sei riesig gewesen, erinnern sich noch heute Teilnehmer - und der freudig erregten Stimmung habe das miese Wetter nicht schaden können. In Bieber hatte ein Gesangverein sogar eigens eine Hymne auf das neue Angebot des öffentlichen Nahverkehrs komponiert. Am nächsten Tag war zum offiziellen Fahrplanwechsel auf der Strecke die Hölle los: Die Menschen der Region machten ihren Sonntagsausflug mit der S-Bahn und nahmen „ihre Strecken“ buchstäblich in Besitz. Die Freude hatte ihren Preis: 309 Millionen Euro hat das Mega-Projekt gekostet. Allein 184 Millionen Euro flossen in den Bau von Schienen, Stationen und Park&Ride-Plätzen der beiden Strecken, auf denen die Züge ab Offenbach 20,1 Kilometer bis Ober-Roden und 9,5 Kilometer bis nach Dietzenbach-Bahnhof rollen. 115 Millionen Euro verschlangen neue Brücken, Straßentunnel oder Überführungen, neue Signale und Funkeinrichtungen weitere 10 Millionen Euro.

Jeder musste Geld lockermachen für das Projekt, an dem seit September 1994 - damals begann man mit dem Verlegen der ersten Leitungen, der eigentliche S-Bahnbau startete im Dezember 1997 - gewerkelt worden war. Nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz übernahmen das Land Hessen 70 Millionen Euro und der Bund 115 Millionen Euro. Die restlichen Kosten von 124 Millionen Euro trugen mit 19 Millionen Euro der Kreis Offenbach sowie zehn S-Bahn-Anrainergemeinden und mit 17 Millionen Euro erneut das Land Hessen. Den Löwenanteil von 88 Millionen Euro zahlte die Bahn. Heute ist das Beförderungsangebot aus der Region nicht mehr wegzudenken. An Wochentagen verkehren auf den Strecken von S1 (Ober-Roden) und S2 (Dietzenbach) täglich jeweils über 100 Züge. Derzeit werden werktags insgesamt 38.000 Menschen transportiert, 23 500 auf der S1 und 14.500 auf der S2. Noch im Jahr 2004 waren insgesamt lediglich 20.000 Menschen auf den beiden Strecken an Werktagen unterwegs.

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Auch den Grundtakt von 15 Minuten in der Rush-Hour und 30 Minuten zu normalen Betriebszeiten hat man zehn Jahre lang durchgehalten. Nur Sonntags wurde ab den Mittagsstunden von Stunden- auf Halbstundentakt erhöht. Statt früher 200.000 Zugkilometer auf der Strecke Offenbach - Ober-Roden bestellt der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) auf diesem Abschnitt nun 615 000 Zugkilometer pro Jahr sowie weitere 470.000 Zugkilometer auf dem Abschnitt nach Dietzenbach. Die Fahrzeitverkürzungen sind erheblich: Statt früher 55 Minuten (inklusive Umsteigen in Offenbach Ost) dauert zum Beispiel die direkte Fahrt von Ober-Roden zur Frankfurter Hauptwache mit der S-Bahn nur noch 38 Minuten. Geld und Mühen haben sich gelohnt.

Mitmachen und gewinnen: Zum Jubiläum suchen wir die schönsten Bilder zum Thema Mobilität! Teilnehmen können alle Schulklassen aus der Region, die Gewinner-Klasse erhält 1000 Euro - hier geht's zum Foto-Wettbewerb.

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Quelle: op-online.de

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