Riesiges Waffenlager in Wohnung gefunden

Frankfurt/Viernheim - Einem Mann drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis: Der Zoll hat ein riesiges Waffenlager in seiner Wohnung entdeckt. Die Ermittler fanden zahlreiche Maschinengewehre, Sturmgewehre, Pistolen, Handgranaten und mehr als 62.500 Schuss Munition.

In der Wohnung eines Sportschützen in Viernheim haben Zollfahnder ein riesiges Waffenlager ausgehoben. Die Ermittler stellten zwei Maschinengewehre, neun Sturmgewehre, zwei Maschinenpistolen, neun Kurzwaffen und mehr als 62.500 Schuss Munition sicher. Auch 22 Nebel- und Farbgranaten, 3 Übungs-Handgranaten und 10 Handgranatenzünder nahmen sie aus der Wohnung eines 46-Jährigen mit.

Zoll entdeckt riesiges Waffenlager in Wohnung

Zoll entdeckt riesiges Waffenlager in Wohnung

Das teilten die Zollfahndung Frankfurt und die Staatsanwaltschaft Darmstadt heute gemeinsam mit. Der Mann lebt zusammen mit seiner Frau und einem minderjährigen Sohn in der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus und bewahrte einen großen Teil der Munition unter seinem Bett auf. Die schussfähigen Waffen seien vorschriftsmäßig in Waffenschränken und Tresoren untergebracht gewesen, das Maschinengewehr lag zerlegt in einem Schlafzimmerschrank.

Affinität zu Waffen

Der Mann hat zwar eine Waffenbesitzkarte, durfte aber danach nur drei Pistolen, eine Langwaffe und zwei Wechselsysteme sowie die dazugehörige Patronenmunition haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann eine Affinität zu Waffen hat und sie sammelte. Anzeichen für eine geplante Straftat wie einen Amoklauf fanden sie bislang nicht.

Der Beschuldigte soll bereits zwischen 1989 und 2000 mehr als 16.000 Schuss Munition bei einem Waffenhändler in der Schweiz gekauft haben, ohne dafür eine Genehmigung zu besitzen. Dadurch waren ihm die Ermittler auf die Spur gekommen. Er wurde verdächtigt, von diesem Händler verschiedene Waffen gekauft und nach Deutschland geschmuggelt zu haben. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Darmstadt hatte deshalb eine Durchsuchung seiner Wohnung angeordnet. Dabei waren die Ermittler bereits am 18. Januar auf das Waffenlager gestoßen.

„Mit dieser unglaublichen Menge nicht gerechnet“

„Mit dieser unglaublichen Menge Waffen und der bisher größten durch das Zollfahndungsamt Frankfurt am Main sichergestellten Menge Munition haben wir nicht gerechnet“, sagte die Leiterin der Zollfahndung, Pia Wiedemann, laut Mitteilung. Den Waffensammler, der spontan sagte, er sei froh, dass es nun „vorbei ist“, erwartet ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffen-, Kriegswaffenkontroll- und Sprengstoffgesetz. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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