In Kronberg und Frankfurt

Freud und Leid in den Zoos: Abschied, Absturz und ein Riesenbaby

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Die Freude im Frankfurter Zoo über die sehr seltene Geburt von Gorilla-Zwillingen im September währte nur zwei Tage. Dann starb das kleinere der beiden Babys.

Frankfurt/Kronberg - In den beiden hessischen Zoos sorgte auch dieses Jahr vor allem tierischer Nachwuchs für viel Freude. Doch nicht immer gab es ein glückliches Ende.

Die Freude im Frankfurter Zoo über die sehr seltene Geburt von Gorilla-Zwillingen im September währte nur zwei Tage. Dann starb das kleinere der beiden Babys. Pfleger entdeckten am Morgen den toten Affen. Seit 1967 hatte es in Deutschland keine dokumentierte Zwillingsgeburt bei Gorillas mehr gegeben. Nur zwei Monate zuvor hatte in dem Zoo dasselbe Schicksal einen neu geborenen Gorilla getroffen. Doch nicht nur der Frankfurter Zoo trauerte in diesem Jahr um Tiere, auch im Opel-Zoo in Kronberg (Hochtaunuskreis) hieß es Abschied nehmen.

Von Aufsehen erregenden Todesfällen blieb dieser Zoo in diesem Jahr zwar verschont, doch der langjährige Bewohner Max - ein imposanter Flusspferdbulle - musste nach fast zwei Jahrzehnten umziehen. Seit dem Tod seiner Gefährtin Tana, die 2014 eingeschläfert werden musste, hatte er notgedrungen alleine gelebt. Nun fand er im Zoo in Hannover ein neues Zuhause, das er mit seinen Artgenossen teilt. Max war im November 1995 im Frankfurter Zoo geboren worden und im August 1997 nach Kronberg gekommen. In dem Zoo am Ortsrand der Taunusstadt Kronberg sorgte dieses Jahr außerdem ein Ereignis für Schlagzeilen, das ausnahmsweise nichts mit Tieren zu tun hatte. An einem Abend im Hochsommer stürzte wegen Baumängeln die vor neun Jahren erstellte Terrasse des Restaurants ein, sieben Menschen wurden verletzt.

Doch bei aller Trauer und Aufregung gab es in den beiden hessischen Zoos auch viel Grund zur Freude, dafür sorgte vor allem der tierische Nachwuchs. "Geburten am laufenden Band" vermeldete im Frühjahr der Opel-Zoo und berichtete am 4. Juni sogar über die Geburt eines Riesenbabys: Die fast zwei Meter große Rothschildgiraffe Kabale war zur Welt gekommen. Zu dieser Zeit hatten dort bereits Kängurus für allerlei Aufregung gesorgt. Ein Rotes Riesenkänguru wurde geboren, außerdem besuchte einer seiner Artgenossen überraschend den Zoo. Das privat in Kronberg gehaltenen Tier war aus seinem Garten ausgebüxt. Das abenteuerlustige Känguru wurde eingefangen und vorübergehend in dem Zoo untergebracht.

Bilder: Tierbabys in Frankfurt und Kronberg

Im Frankfurter Zoo konnten sich die Besucher über putzigen Nachwuchs bei den Menschenaffen freuen: Ein kleiner Bonobo kam im Juli zur Welt. Es war die dritte Geburt von Mutter "Kutu". Seit 1955 hält der Frankfurter Zoo Bonobos (Pan paniscus), die äußerlich Ähnlichkeit mit Schimpansen haben, aber zierlicher sind. Und im November meldete der Zoo in der Mainmetropole eine weitere Geburt: Ein Greifstachler wurde geboren, das zehnte Baby von Mutter Joppi. Diese ging jedoch schnell wieder ihre eigenen Wege. Sie setzte ihren stacheligen Sprössling auf einer Astgabel ab und kam nur zum Säugen vorbei. Greifstachler (Coendou prehensilis) sind nachtaktive Nagetiere und verwandt mit Stachelschweinen und Meerschweinchen. In Deutschland hält nur der Frankfurter Zoo diese Tiere.

Für den Opel-Zoo wird das kommende Jahr ein ganz besonderes. Er wird zum einen 60 Jahre alt und bekommt zum anderen einen langersehnten Zuwachs: Im Frühjahr sollen hier wieder Brillenpinguine einziehen, damit gibt es diese publikumswirksamen Tiere dort erstmals seit über 50 Jahren wieder zu sehen. Die Anlage bietet den Pinguinen ein 100 Quadratmeter großes Schwimmbecken und eine etwa dreimal so große Landfläche. Besucher sollen die Tiere auch beim Schwimmen beobachten können. Bislang gelten Elefanten und Giraffen als Publikumsmagneten im Opel-Zoo. (dpa)

Quelle: op-online.de

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