Zorn über „Heuern und Feuern“ von vielen Lehrern

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In den Unterrichtsmonaten werden die Lehrer gebraucht, in den Ferien muss sie das Sozialamt auffangen.

Offenbach ‐ Die hessischen Behörden erzürnen wieder mit einem seltsamen Spiel zu Lasten arbeitsloser Lehrer. Schulämter stellen sie als Vertretungen an, aber nur während der Unterrichtsmonate. In den Ferien werden sie arbeitslos. Von Peter Schulte-Holtey

Das Land spart Kosten - zahlen müssen Sozialkassen.

Hartwig Schröder, Justiziar der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Hessen, spart nicht mit Kritik: Eine erhebliche Zahl von Lehrern mit befristeten Verträgen nach dem Bundesangestelltentarif sei wehrlos einem „ungerechten Verfahren“ der Schulbehörden ausgesetzt. Allein im Bezirk Marburg-Biedenkopf erhalten laut GEW mindestens 140 Lehrer keine Vergütung. Zudem seien 240 Lehrer verunsichert, ob sie auch nach den Ferien beschäftigt würden. „Schluss mit dem Heuern und Feuern“, so die Lehrergewerkschaft. Das Kultusministerium geht dagegen davon aus, dass landesweit nur 395 Vertretungskräfte betroffen sein werden - wie vor den Schulferien 2009.

Eigentlich sollte sich die prekäre Situation für diese Pädagogen-Gruppe (2008 wurden noch 1886 Lehrer in Hessen beurlaubt) verbessert haben; das Kultusministerium hatte verfügt, dass befristet angestellte Lehrkräfte auch in den Sommerferien unter Umständen angestellt bleiben. Allerdings gilt: Die Lehrer müssen im Schuljahr zuvor mindestens 39 Wochen angestellt gewesen sein, und die Voraussetzung für die Vertretung muss nach den Ferien weiter bestehen. Die GEW hält dies für nicht gerecht und fordert, kürzer Beschäftigte wenigstens anteilig auch die Ferien über zu bezahlen. Nach Angaben von Schröder sind viele „finanziell klamme“ Schulämter auch sehr zurückhaltend mit Zusagen für eine Weiterbeschäftigung nach den Ferien.

Quelle: op-online.de

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