„In zwei Fällen Detektive eingeschaltet“

Dietzenbach - (nl) Observationen von Mitarbeitern des Kreises Offenbach durch Privatdetektive hat es tatsächlich gegeben – doch sei das „keine flächendeckende Sache“ gewesen, betonte Pressesprecher Ralf Geratz-Krambs gestern am Rande der Kreistagssitzung.

Vielmehr soll es sich um zwei Einzelfälle innerhalb der letzten fünf Jahre gehandelt haben. In beiden Fällen habe es im Vorfeld einen begründeten Verdacht gegen den jeweiligen Mitarbeiter gegeben, nach Hinweisen aus dem Haus, denen man habe nachgehen müssen.

Ein Mitarbeiter, der sowohl im Innen- als auch im Außendienst tätig gewesen war, soll während seiner Außendienstzeit privaten Tätigkeiten nachgegangen sein. „Das kann sich kein Arbeitgeber bieten lassen“, äußerte der Pressesprecher. Vier Jahre liege der Vorfall zurück, der Mitarbeiter habe „das Haus verlassen“. Im zweiten Fall laufe derzeit ein Disziplinarverfahren. Hier soll es Hinweise von mehreren Seiten gegeben haben, dass eine Person mehrfach nicht an der elektronischen Zeiterfassung ausgestochen habe, wenn sie zwischenzeitlich außer Haus gegangen sei. „Und das in einem Ausmaß, dass wir der Sache nachgehen müssen.“

Die Beschlussvorlage der Grünen, die unter anderem Aufklärung darüber verlangen, in welchem Ausmaß der Kreis Detekteien beauftragt hat und wie hoch die Kosten dafür ausgefallen sind, wurde in der Sitzung einstimmig beschlossen, wenngleich ohne öffentliche Aussprache. Auch Landrat Peter Walter (CDU) äußerte sich nicht dazu.

Die Sitzung selbst stand ganz im Zeichen der Schulen. So verabschiedete der Kreistag mehrheitlich eine Prioritätenliste für Neu-, Um- und Erweiterungsbauten an insgesamt 30 Kreisschulen im Rahmen des Landesinvestitionsprogramms für Schulbau sowie des Konjunkturprogramms II. Insgesamt 54,1 Millionen Euro erhält der Kreis von Land und Bund.

„Alle Maßnahmen auf der Förderliste“, sagte Erste Beigeordnete Claudia Jäger, „sind kompatibel mit den Förderrichtlinien und Gesetzen“. Die eine oder andere Verschiebung sei zwar noch möglich, sie aber gehe davon aus, „dass alle Maßnahmen umgesetzt werden können“.

Als teuerste fällt der Neubau der Grundschule Giselastraße in Seligenstadt mit 12,6 Millionen Euro ins Gewicht. Auch dazu gab die große Koalition gestern grünes Licht; ebenso zur Änderung der Schulbezirke.

Quelle: op-online.de

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