Zwei Großleinwände locken bei der WM

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Noch rund zwei Monate, dann dreht sich für die Fußballbegeisterten wieder alles um die Weltmeisterschaft.

Frankfurt ‐ Noch rund zwei Monate, dann dreht sich für die Fußballbegeisterten wieder alles um die Weltmeisterschaft. Wenn sie am 11. Juni in Johannesburg beginnt, verwandelt sich auch die Mainmetropole für einen Monat in einen Treffpunkt der Fans. Von Michael Eschenauer

Die städtische Tourismus & Congress GmbH (TCF) hat sich auf das sportliche Spitzenereignis gründlich vorbereitet, das schon 2006 als traumhafter Fußballsommer gefeiert wurde: An zwei Orten können sich die Fußballfreunde zum „Public Viewing“, also zur kostenlosen öffentlichen Übertragung der Spiele, versammeln. Es sind dies der Roßmarkt - hier steht eine 64 Quadratmeter große Leinwand - und der Rathenauplatz mit einer fast ebenso großen Übertragungsfläche.

Damit, so freut sich Kurt Stroscher von der TCF, sei Frankfurt die einzige deutsche Stadt, die zwei Stätten für Großübertragungen bereitstelle. Beide Arenen bieten zusammen 15 000 Menschen Platz. Damit sind auch parallel stattfindende Begegnungen kein Problem mehr. Bei der 2006er WM hatte man eine schwimmende Leinwand auf dem Main aufgebaut, an beiden Ufern siedelte sich eine Budenstadt nach Art eines Rummelplatzes an.

„Relativ preisgünstige Promotion.“

Mit den zwei aktuell geplanten Arenen liegt das Angebot in diesem Sommer quantitativ zwischen 2006 und der Europameisterschaft im Jahre 2008. Die Kosten für das Fußballfest betragen rund eine Million Euro. Eine schwimmende Leinwand soll es allerdings erst wieder zur Frauenfußball-WM nächstes Jahr geben. Dann kommt auch die Fanmeile zwischen Untermainbrücke und Holbeinsteg samt Rahmenprogramm wieder.

Fürs städtische Marketing mache sich der ganze Aufwand durchaus bezahlt, glaubt Stroscher: „Es ist eine relativ preisgünstige Promotion.“ Schließlich sei das Interesse an der WM in Frankfurt mit seinen fast 180 Nationalitäten sehr groß. Vor vier Jahren bei der WM in Deutschland ließ sich die Stadt ihre publicity-trächtige „Fanmeile“ mit einer schwimmenden Leinwand sechs Millionen Euro kosten.

Nach Angaben von Stroscher wird die TCF bei den Vorrundenspielen nur einen Fan-Treffpunkt offen halten. Die zweite Arena wird aktiviert, wenn der Andrang zu groß sein sollte. Beide Leinwände kommen aber auf jeden Fall ab dem Achtelfinale zum Einsatz.

So gut wie keine Gewalt

Mit größeren Sicherheitsproblemen durch verfeindete Fangruppen rechnet Stroscher nicht. Eine Trennung der Anhänger ist nicht vorgesehen. Damit zieht die Tourismusgesellschaft die Konsequenz aus der Europameisterschaft 2008. Damals gab es zwar „Risikospiele“, aber dennoch so gut wie keine Gewalt. Vorgesehen sind allerdings Taschenkontrollen an den Eingängen zu den Fan-Arenen.

Auch die Commerzbank-Arena lädt die Fußballfreunde ein - allerdings nur zu Spielen mit deutscher Beteiligung und für eine Ticketgebühr von acht Euro. Dafür kommen die Bilder allerdings nicht nur über den Videowürfel in der Mitte sondern über eine 100 Quadratmeter große Leinwand, die in einer der Fankurven aufgebaut werden soll. Bis zu knapp 45 000 Zuschauer können im Frankfurter Stadtwald Platz finden, denn zu den 40 000 Plätzen auf der Tribüne kommen nochmal 14 400 Stehplätze im Innenraum - die sind mit fünf Euro etwas billiger. Tickets gibt es ab Mai an den üblichen Vorverkaufsstellen der Commerzbank-Arena. Ausnahme ist der 13. Juni - für diesen Tag, an dem das erste Deutschland-Spiel stattfinden soll, läuft der Kartenverkauf über die Baumarktkette Toom. Sie feiert an diesem Termin ihr Jubiläum mit einem WM-Fest in dem Fußball-Dom.

Public Viewing - Übersicht:

  • Im westlichen Kreis Offenbach ist ebenfalls für WM-Feeling mit Großleinwand gesorgt. So lädt Dreieich wieder in den „WM Garten“ ein. Er befindet sich auf der Terrasse des Bürgerhauses Sprendlingen. Hier gibt es außerdem Live-Musik. In Neu-Isenburg ist der Rosenauplatz neben der Hugenottenhalle fürs Public-Viewing reserviert.
  • In Wiesbaden verzichtet die Stadt auf „Public Viewing“ im Kurpark, nachdem es bei der Fußball-Europameisterschaft vor zwei Jahren zu Zwischenfällen am Kurhaus gekommen war. Man brauche rund 30 Sicherheitskräfte, was letztlich zu aufwendig werde, sagt Florian Grösch von der Stadt: „Wenn die deutsche Mannschaft aber weit vorstößt, dann müssen wir nochmals neu darüber nachdenken.“
  • In Darmstadt hat sich die „Centralstation“ für das Public Viewing etwas Besonderes einfallen lassen: Die Übertragungen werden mit Musik aus den Ländern begleitet, deren Mannschaften spielen.

Quelle: op-online.de

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