„Ein reizvolles Stadtquartier“

Zwei neue Hochhäuser in prominenter Lage

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Noch ist der Güterplatz neben dem Skyline Plaza eine Brache: Bald wird hier hoch hinaus gebaut.

Frankfurt - In prominenter Frankfurter Lage entstehen zwei weitere Hochhäuser. Gleichzeitig ist damit eine städtebaulich repräsentative Entwicklung der Brache Güterplatz beschlossen. Von Christian Riethmüller

Bisher sorgten nur die gelegentlichen Auf- und Abbauten der Zeltstädte von Zirkus- und Showveranstaltungen für Leben auf dem Güterplatz. Sonst lag das große, zwischen Mainzer Landstraße und Europa-Allee gelegene Areal still, während drumherum kräftig gebaut wurde, markante Projekte wie das Einkaufszentrum Skyline Plaza und der Wolkenkratzer T185 emporwuchsen oder mit dem Europa-Viertel gleich ein neuer Stadtteil entstand.

Trotz der guten Lage zwischen Hauptbahnhof und Messe war das zuletzt dem Weltkonzern Bosch gehörende Grundstück wesentlich schwieriger zu vermarkten als benachbarte Areale. Hauptgrund war der geplante Bau einer U-Bahn, der das Grundstück tangieren würde. Diese Komplikationen sind nun ausgeräumt, wie die Stadt Frankfurt und die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG gestern mitteilten. Die ABG hat gemeinsam mit zwei Investoren das Grundstück von Bosch gekauft und wird dort 270 Mietwohnungen in Blockrandbebauung schaffen. Die beiden Investoren werden auf dem Areal zwei Hochhäuser errichten.

Wie der Frankfurter Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) und ABG-Geschäftsführer Frank Junker sagten, will der Berliner Projektentwickler gsp Städtebau einen etwa 90 Meter hohen Wohnturm bauen. Das Unternehmen ist bereits in unmittelbarer Nachbarschaft aktiv. An der Ecke Europa-Allee/Osloer Straße will gsp Städtebau ab Anfang nächsten Jahres mit dem 160 Meter hohen Tower 2 das höchste Wohnhochhaus Deutschlands errichten.

Der Name des zweiten Investors ist gestern dagegen noch nicht bekanntgegeben worden. Vereinbart ist nach Cunitz’ und Junkers Angaben aber, dass dieses Unternehmen auf dem Grundstück ein etwa 115 Meter hohes Hotel und Boardinghouse bauen wird. Neben Hotel, Wohnhochhaus und den Mietwohnungsgebäuden entstehen auf dem Areal noch ein Supermarkt mit 1500 bis 3000 Quadratmeter Fläche, eine Ü3-Kindertagesstätte mit rund 500 Quadratmeter Fläche und eine Tiefgarage mit 450 Stellplätzen.

Eindrucksvolle Bilder der Frankfurter Skyline

Wie Junker ankündigte, wird die ABG für ihre Wohnungsbauten 97 bis 98 Millionen Euro investieren. Rund zwei Dutzend der 270 Wohnungen entstehen dabei als geförderter Wohnungsbau. Das ist weniger als von der schwarz-grünen Römer-Koalition eigentlich vorgegeben, die 30 Prozent geförderten Wohnungsbau fordert, doch sei dies angesichts der Grundstückskosten und auch der Passivhausbauweise beim Projekt Güterplatz nicht umzusetzen, sagte Cunitz. Wegen dieser Kosten rechnet Junker mit einem Quadratmeterpreis von 12,50 Euro für die Mietwohnungen.

Über die Gesamtkosten des Vorhabens wurden keine Angaben gemacht. Die Wettbewerbe für den Hochhausbau könnten noch in diesem Jahr gestartet werden. Endgültig fertiggestellt sein soll das Projekt nach Angaben von Junker im Jahr 2020/21. „Dann haben wir nicht nur einen harmonischen Übergang zum Europa-Viertel, sondern ein reizvolles Stadtquartier“, sagte der ABG-Chef.

Quelle: op-online.de

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