Unterkunft für etwa 800 Menschen

Neue Zeltstädte für Flüchtlinge in Bensheim und Darmstadt

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Darmstadt/Bensheim - In Südhessen beziehen Flüchtlinge zwei weitere Zeltstädte - vorübergehend sollen sie dort untergebracht werden. Das Land appelliert an die Kommunen, sich der Verantwortung zu stellen.

Mit zwei neuen Zeltstädten will Hessen den Ansturm von Flüchtlingen bewältigen. Im südhessischen Bensheim werden am Wochenende 600 Menschen übergangsweise Unterkunft finden, in Darmstadt sind es zunächst 200. Andere Zeltstädte gibt es schon in Calden bei Kassel, Limburg und Wetzlar. In Darmstadt könnten nach Angaben des Sozialministeriums in Wiesbaden "perspektivisch" ebenfalls 400-600 in die Zeltstadt an einer Kaserne einziehen.

Geplant ist, die Kaserne für den Bezug herzurichten. Mit den Zeltstädten soll vor allem die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen entlastet werden. Sie platzt aus allen Nähten. In den ersten sieben Monaten kamen rund 41.300 Asylbewerber in Hessens Erstaufnahmeeinrichtung an. Im gesamten Vorjahr waren es rund 28.900. "Wir prüfen weiterhin Liegenschaften und Unterbringungsmöglichkeiten in ganz Hessen", sagte Ministeriumssprecherin Esther Walter am Samstag in Wiesbaden. Dabei gehe es um Container, Traglufthallen und Holzhausbauten. Das Sozialministerium appellierte an die Kommunen, sich der Verantwortung zu stellen. Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) will an diesem Sonntag die Zeltstadt in Bensheim besuchen.

Für das Wochenende wurde erwartet, dass in der Erstaufnahme insgesamt mehr als 10.000 Flüchtlinge versorgt werden müssen. Davon sind etwa 3600 Menschen aus Albanien. Diese Flüchtlinge verteilt das Land nicht mehr wie sonst üblich auf die Kommunen, da deren Asylantrag nach Ansicht des Ministeriums so gut wie keine Chancen hat. Sie sollen möglichst schnell in ihre Heimat zurückgebracht werden. Hessen rechnet in diesem Jahr mit insgesamt 40.000 Flüchtlingen im Bundesland. Das wären mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.

Asylbewerber-Zahl steigt im Juli auf Rekordhoch

Das Land hat dafür rund 400 Millionen Euro im Haushalt eingeplant. Hessens Wirtschaftsminister und Vize-Regierungschef Tarek Al-Wazir schlug am Samstag eine "legale Zuwanderungsperspektive" für Menschen aus Albanien und dem Kosovo vor.

dpa

Quelle: op-online.de

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