Kritik wird immer lauter

Drei Monate E-Scooter in Deutschland - Das ist die überraschende Bilanz

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Seit drei Monaten sind die E-Scooter in Deutschlands Innenstädten unterwegs. Mit ernüchterndem Ergebnis.

E-Scooter sind in deutschen Städten nicht mehr wegzudenken. Doch der Hype hat auch seine Schattenseiten - immer wieder wird Kritik laut. Doch was steckt dahinter?

Als die E-Scooter vor drei Monaten in die Städte einzogen, sollten sie nicht weniger als den Straßenverkehr revolutionieren. Es entstand ein Hype um die Roller, vor allem junge Touristen nutzen das Gefährt, um Sehenswürdigkeiten zu erkunden. In Hamburg und München sollen es jeweils etwa 3.000 Stück sein, in anderen Großstädten einige tausend. So stehen allein in Berlin etwa 9.000 E-Scooter von mindestens fünf Firmen zum Verleih an öffentlichen Plätzen in den Innenstädten.

E-Roller in Deutschland: Drei Monate später steigen die Unfallzahlen

Doch angesichts der steigenden Unfallzahlen wird immer öfter Kritik an den E-Tretrollern in Deutschlands Straßen laut. Schließlich sieht man immer wieder Menschen, wie sie zu zweit auf einem E-Scooter fahren oder gar betrunken sind. Manche Fahrer nutzen auch nicht die Straße oder den Radweg, sondern sind in Fußgängerzonen und auf Fußwegen unterwegs. Fußgänger- und Behindertenverbände sollen sich bereits darüber beschwert haben. Auch die Polizei kündigte an, nun stärker mit Kontrollen dagegen vorgehen zu wollen. 

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Wie die WirtschaftsWoche berichtet, sollen allein in München in 900 Fällen Fahrer von E-Tretrollern erwischt worden sein, die entweder betrunken waren oder Drogen genommen hatten. Auch in Mannheim sieht es ähnlich aus. So soll der Polizeisprecher dort festgestellt haben: "Alles, was man falsch machen kann, wird auch falsch gemacht." Doch es kommt noch dicker: Einige der angetrunken Fahrer sollen auch für zahlreiche Verkehrsunfälle verantwortlich sein.

So berichtet die Berliner Polizei, dass nach nur einem Monat 21 Verkehrsunfälle mit vier Schwer- und 15 Leichtverletzten registriert wurden. "In den vergangenen beiden Monaten haben wir in unserer Klinik mehr Verletzte durch E-Scooter-Unfälle behandelt als Verletzungen durch Fahrradunfälle", sagt auch Chefarzt Christian Kühne von der Hamburger Innenstadt-Klinik St. Georg. Aus diesem Grund soll eine bundesweite Sicherheitskampagne ins Leben gerufen werden. Zudem wird über eine Helmpflicht diskutiert.

Nur für Touris? Die Umweltbilanz der E-Roller ist ernüchternd

Doch auch in der Frage der so gerühmten positiven Umweltbilanz ist bereits Ernüchterung eingetreten. Schließlich war die Hoffnung der Verleiher, dass so mehr Menschen die neuen E-Roller - am besten in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln - nutzen, um von A nach B zu gelangen. "Wir hatten die Hoffnung, dass E-Scooter auch mal dazu benutzt werden, zum Bäcker zu surren oder ins Büro. Und dass dafür das Auto stehen bleibt", erklärt auch der Fahrradverband ADFC.

Doch dies sei nicht der Fall: Das soll unter anderem daran liegen, dass die Rollermiete bis zu 20 Cent pro Minute beträgt. Ein teurer Spaß, so auch das abschließende Fazit des Umweltbundesamts. "Die gefahrenen Strecken sind meist sehr kurz und können regelmäßig auch zu Fuß, mit Bus, Bahn oder Fahrrad bewältigt werden."

Video: E-Scooter-Training - mit der Alkoholbrille durch München

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jp

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