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Leben auf dem Mars? Wir sind nicht darauf vorbereitet, sagt ein Nasa-Forscher

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Gibt oder gab es Leben auf dem Mars? Diese Frage beschäftigt Forscher schon lange. Im Jahr 2020 sollen neue Mars-Missionen helfen, diese Frage zu klären.

Gibt es Leben auf dem Mars? Nasa-Chefwissenschaftler Jim Green ist davon überzeugt, dass Forscher die Antwort bald finden - die Wissenschaft aber nicht darauf vorbereitet ist.

Es gibt keinen Planeten im Sonnensystem, der so ausführlich erforscht wurde und wird wie der Mars. Derzeit sind mit dem Rover „Curiosity“ und dem Lander „InSight“ zwei Missionen auf der Oberfläche des roten Planeten aktiv - außerdem umkreisen aktuell sechs Orbiter den Mars. Drei davon sind Nasa-Missionen, zwei stammen von der Europäischen Raumfahrtorganisation Esa und eine Mission ist aus Indien. Auch in der Vergangenheit gab es bereits zahlreiche Mars-Missionen - beispielsweise die Zwillings-Rover „Spirit“ und „Opportunity“.

Aber selbst wenn man bereits vieles über den Mars weiß: Eine bisher ungeklärte Frage treibt die Forscher weiter an: Gab oder gibt es Leben auf dem Mars? Bereits im kommenden Jahr sollen gleich mehrere neue Missionen zum roten Planeten aufbrechen und dort weiter nach Leben suchen. Unter anderem soll dazu in die Oberfläche des Mars hineingebohrt und so Gesteinsproben genommen werden.

Leben auf dem Mars: Wie reagieren, wenn es gefunden wird?

Angesichts dieser neuen Möglichkeiten zur Erforschung des Mars macht sich der Nasa-Chefwissenschaftler Jim Green seine Gedanken: Ist die Menschheit eigentlich darauf vorbereitet, wenn Forscher eines Tages bestehendes oder früheres Leben auf dem Mars* finden? Green glaubt das nicht. „Das wird revolutionär sein, das wird eine ganz neue Denkrichtung einleiten“, so Green gegenüber dem britischen „Telegraph“. „Ich glaube nicht, dass wir auf die Ergebnisse vorbereitet sind“, betont Green weiter. „Das sind wir nicht.“

Er mache sich Gedanken darüber, weil man nahe dran sei, Leben zu finden „und einige Ankündigungen zu machen“, so Green weiter. Sollten Wissenschaftler im Material vom Mars Biosignaturen entdecken, könnten diese Funde die Astrobiologie verändern, so der Leiter der Abteilung für planetarische Wissenschaft der Nasa weiter.

Fund von Leben auf dem Mars würde neu Fragen nach sich ziehen

Daran anschließen würden sich ganz neue wissenschaftliche Fragen, erklärt Green: „Ist dieses Leben so wie wir? Wie sind wir verwandt?“ seien zwei der Fragen. „Kann sich das Leben von Planet zu Planet bewegen oder haben wir einen Funken und genau die richtige Umgebung und dieser Funken erzeugt Leben, basierend auf der chemischen Umgebung?“, fragt Green weiter.

Die Anmerkungen des Wissenschaftlers zielen nicht darauf ab, dass die Menschheit möglicherweise in Panik ausbricht, nachdem Forscher Leben auf dem Mars* entdeckt haben. Es gehe vielmehr darum, wie die Wissenschaft darauf reagiert, betont das SETI-Institut. SETI ist die Abkürzung für „Search for Extraterrestrial Intelligence“, also die Suche nach Außerirdischer Intelligenz.

2020 starten gleich mehrere Missionen zum Mars

Hintergrund ist die Tatsache, dass mit den für 2020 geplanten Mars-Missionen „Mars 2020“ (Nasa) und „ExoMars“* (Esa) nicht nach Gegenden auf dem Mars gesucht werden soll, die sich einst für Leben geeignet haben könnten. Ganz im Gegenteil: Die beiden Missionen sollen direkt nach Leben suchen - egal, ob es bereits seit Ewigkeiten tot ist, oder möglicherweise sogar noch lebt. Aus diesem Grund macht sich Green Gedanken über das, was in der Wissenschaft auf die Erkenntnis folgt, dass es Leben auf dem Mars gibt. „Was wir als nächstes tun, hängt davon ab, was wir zuerst finden“, so Green.

Eins steht jedoch fest: Finden die beiden Missionen tatsächlich Leben auf dem Mars*, hätte das eine große Bedeutung für die Wissenschaft. Immerhin wäre es der erste Fund außerirdischen Lebens - und wenn der auf einem Nachbarplaneten der Erde gelänge, würde das bedeuten, dass es im Weltall noch viele weitere Möglichkeiten gibt, außerirdisches Leben zu finden. Beispielsweise auf den unzähligen Exoplaneten*, die in den vergangenen Jahren entdeckt wurden und werden.

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Von Tanja Banner

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