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Dienstreisen: Wann zählt die Anreise zur Arbeitszeit?

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Zählt Autofahren bei Dienstreisen zur Arbeitszeit? 

Nach Dienstreisen ist die Verwirrung bei Mitarbeitern meist groß: Welche Zeiten kann ich als Arbeitszeit abrechnen- und welche nicht? Ein Anwältin klärt auf.

Dienstreisen dauern oft mehrere Tage - und die verbringen Mitarbeiter nicht 24 Stunden am Tag mit Arbeit. Doch zählt etwa die Autofahrt oder Zugfahrt zum Kunden dazu? 

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln - Zug, Flugzeug oder Fähre

Tatsächlich ist diese Frage gar nicht so einfach. Geschäftliche An- und Abreisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Zug, Flugzeug oder Fähre zählen in der Regel zur Arbeitszeit (bei Außendienstlern übrigens immer) - auch wenn nicht gearbeitet wird. 

Bei Unternehmen mit Gleitzeitmodellen mit einer Kernzeit von drei bis vier Stunden sieht die Sache eventuell anders aus, erklärt Manuela Beck, Fachanwältin für Arbeitsrecht bei der Kanzlei Hasselbach dem Management-Magazin Impulse: "Hier stehen Regelungen zur Zeiterfassung bei Dienstreisen sinnvollerweise in den jeweiligen Betriebsvereinbarungen zur Gleitzeit". Hier sollte die genaue Regelung mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden, wie die Anwältin empfielt.

Findet die Anreise außerhalb der regulären Arbeitszeit, etwa nach Feierabend oder am Wochenende statt, sieht die Sache wieder anders aus. "Dann kommt es darauf an, ob der Chef anordnet, dass der Mitarbeiter arbeitet, oder nicht. Eine Anreise zählt nur dann zur Arbeitszeit, wenn der Chef die Arbeitsleistung währenddessen anordnet oder nachträglich billigt", so Beck. Arbeitet ein Mitarbeiter zu diesen Zeiten freiwillig, darf er sich diese Zeiten also nicht als Arbeitszeit notieren - außer der Chef genehmigt dies noch nachträglich. 

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Anreise mit dem Auto

"Ordnet der Chef an, dass der Mitarbeiter selber den PKW fährt, ist das als Arbeit zu werten", meint die Anwältin weiter - sei es mit dem eigenen Wagen, dem Dienstauto oder einem Mietauto. Das gilt auch, wenn die Dienstreise außerhalb der regulären Arbeitszeiten stattfindet. Für Beifahrer zählt die Zeit übrigens nicht als Überstunden - sie können sich schließlich ausruhen. 

Doch Vorsicht: Dürfen Sie selbst entscheiden, mit welchem Verkehrsmittel Sie anreisen, und Sie fahren mit dem Auto, gilt dies nicht als Arbeitszeit

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Von Andrea Stettner

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