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Bei diesen vier Fragen zeigen Bewerber ihr wahres Gesicht

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Bewerber zeigen sich im Vorstellungsgespräch meist cool und möglichst perfekt - doch mit gezielten Fragen blicken Personaler hinter die Maske.

Bewerber lassen sich in Vorstellungsgesprächen selten in die Karten schauen. Ein Headhunter verrät jedoch, bei welchen Fragen die Masken fallen.

Der Kanadier Roger Duguay ist Partner bei Boyden, einer der besten Headhunter-Firmen für das obere Management. Als Headhunter hat Boyden bereits mehr als 100 Menschen einen Job in den Top-Etagen des Mangements, in der Geschäftsführung oder im Vorstand verschafft. 

Damit er auch die richtigen Leute für diese Position in oft schnelllebigen Geschäftsfeldern findet, legt er nicht unbedingt Wert darauf, dass sie viel Erfahrung mitbringen. Sie sollen viel eher eine gehörige Portion Neugierde mitbringen und sich anpassen können. Um das herauszufinden, hat er einige Lieblingsfragen, die er dem Karriere-Portal BusinessInsider verriet:

Frage 1: "Erzählen Sie mir von Ihrem Privatleben."

Mit dieser Frage möchte der Headhunter gerne mehr über Hobbys und Freizeitbeschäftigung der Bewerber erfahren. "Ich werde viele Fragen stellen, die mir mehr über den Menschen hinter der Rolle verraten", sagte er. Über die fachlichen Hintergründe weiß er bereits Bescheid, wenn er Kandidaten einlädt. 

Frage 2: "Gibt es etwas, das sie in den vergangenen fünf Jahren anders gemacht hätten?"

Der Grund für diese Frage ist ganz einfach: Damit testet er die potenzielle Führungskraft, wie offen sie mit Fehlern umgeht - und daraus lernen kann. "Wenn mir jemand bei der Bewerbung nicht fünf oder zehn Fehler aus den vergangenen fünf Jahren nennen kann, dann stimmt etwas nicht", so Duguay.

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Frage 3: "Auf einer Skala von 1 bis 10: Inwiefern sind sie schon der Mensch, der sie gerne sein würden?"

Klar, Selbstbewusstsein ist für Führungskräfte von Vorteil, doch für Duguay gehört auch Bescheidenheit zu dieser Position dazu. Außerdem müssen sie mit dem Vorstand gut zusammenarbeiten und auch mal Verantwortlichkeiten abgeben können. Wer sich hier selbst eine Neun gibt, den kann der erfahrene Headhunter nicht ernst nehmen, wie er selbst sagt.

Frage 4: "Sagen Sie mir, warum ich Ihnen die Stelle NICHT geben sollte."

Diese Frage stellt der Headhunter gerne zum Schluss. Und das ist auch der Moment, in dem er viele Bewerber eiskalt erwischt. "Ich kann dann in ihren Augen sehen, dass sie mit sich ringen, ob sie ehrlich zu mir sein und mir wirklich ihre Schwächen mitteilen sollen. Sie haben Angst, dass ich das auf die Contra-Liste schreibe. Deshalb wollen sie ausweichen." 

Dabei geht es ihm eben darum, dass Bewerber selbstreflektiert genug sind, um auch eine echte Schwäche zugeben zu können und zu dem zu stehen, wer sie wirklich sind. Authentizität ist hier das Stichwort, das ihm besonders am Herzen liegt. "Ich liebe diese Fragen und nur wenige Menschen beantworten sie richtig. Eigentlich nur die, die sich selbst gut genug kennen, schließt er.

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as

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