Verdienst-Check

Gehalt: Wie viel verdienen Piloten?

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Piloten verdienen recht gut: Hier sind Gehälter bis zu 230.000 Euro im Jahr möglich.

Piloten verdienen in der Regel gutes Geld - doch die Gehaltsunterschiede zwischen den Airlines sind gewaltig. Für die teure Ausbildung müssen viele sogar einen Kredit aufnehmen.

Piloten tragen eine enorm hohe Verantwortung - schließlich hängen viele Menschenleben von ihren Fähigkeiten ab. Entsprechend hoch ist in der Regel auch ihr Gehalt - doch es gibt große Unterschiede.  

Gehalt: So viel verdienen Piloten

Wie viel Piloten als Berufseinsteiger und im Laufe ihrer Karriere verdienen, hängt vor allem davon ab, bei welcher Fluglinie sie angestellt sind. Die Gehaltsunterschiede zwischen Lufthansa, Ryanair und Co. sind tatsächlich enorm, wie eine Untersuchung der Schweizer Handelszeitung aus dem Jahr 2014 zeigt. Demnach verdient ein Kapitän als Einstiegsgehalt zwischen 53.000 und 134.000 Euro jährlich. Co-Piloten kommen auf deutlich niedrigere Gehälter, zwischen 25.000 und 63.000 Euro im Jahr.

Laut einer Auswertung von gehalt.de liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt aller Piloten bei etwa 62.990 Euro (Stand: Ausbildungsjahr 2016/17). 

Gehalt Pilot nach Airline:

Platz

Airline

Einstiegsgehalt Kapitän (brutto/Jahr)

Endgehalt Kapitän (brutto/Jahr) 

Jahresgehalt Co-Pilot (brutto/Jahr)

1

Air France KLM

134.000 Euro

230.000 Euro

49.000 Euro

2

Lufthansa

106.000 Euro

225.000 Euro

63.000 Euro

3

Tui Fly

106.000 Euro

204.000 Euro

63.000 Euro

4

British Airways

77.000 Euro

181.000 Euro

61.000 Euro

5

Swiss

124.000 Euro

174.000 Euro

74.000 Euro

6

Easyjet Schweiz

134.000 Euro

52.000 Euro

7

Easyjet Spanien

113.000 Euro

131.000 Euro

49.000 Euro

8

SAS

62.000 Euro

120.000 Euro

38.000 Euro

9

Emirates

98.000 Euro

69.000 Euro

10

Etihad

84.000 Euro

94.000 Euro

62.000 Euro

11

Ryanair

53.000 Euro

85.000 Euro

25.000 Euro

Quelle: handelszeitung.ch (Stand: 2014)

Pilotenausbildung: So wird man Pilot

Die Anforderungen sind schon in der Ausbildung hoch. So müssen Piloten einen umfangreichen Eignungstest, den sogenannten Pilotentest, bestehen, um zu sehen, ob der Schüler für den Beruf überhaupt geeignet ist. Er kann jedoch nur einmal abgelegt werden und wird auch nur von einem geringen Prozentsatz der Teilnehmer bestanden. Zu den Bekanntesten zählt der Pilotentest, der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Hamburg angeboten wird ("DLR-Test").

Die Ausbildung ist auf zwei Wegen möglich, die sich in der Qualität in nichts nachstehen:

Ausbildung bei den Fluglinien

Besonders beliebt ist die Ausbildung zum Verkehrsflugzeugführer, wie der Beruf offiziell heißt, bei den verschiedenen Fluglinien. Der Vorteil: Wer hier den Eignungstest besteht, wird nach der Ausbildung in der Regel in ein festes Anstellungsverhältnis übernommen. 

Einige Airlines verlangen als Voraussetzung für eine Ausbildung die allgemeine Hochschulreife, also Abitur oder die fachgebundene Hochschulreife. Auch ein Tauglichkeitszeugnis (Medical) der Klasse 1 wird verlangt. Dazu reicht jedoch eine normale Fitness aus. Bei der Untersuchung werden etwa Seh- (auch Farbsehen) und Hörtests durchgeführt sowie andere Körperfunktionen (Herz, Lunge, Nervensystem etc.) untersucht. 

Gute Kenntnisse in Englisch (fließend), Physik und Mathe sind für die meisten Pflicht. Beste Voraussetzungen für den Beruf sind eine hohe Stressresitenz, gute Raumorientierung und hohe Aufmerksamkeitskapazität.

Ausbildung an privaten Flugschulen

Als Alternative dazu können angehende Piloten ihre Ausbildung auch an einer privaten Flugschule absolvieren. Diese ist hier entweder am Stück möglich, wie bei den Ausbildungen der Fluglinien - oder berufsbegleitend, am Abend oder an den Wochenenden. In letzterem Fall wird die Pilotenausbildung in verschiedenen Modulen angeboten, der Theorieteil kann sogar via Fernunterricht erlernt werden. Insgesamt ist die modulare Ausbildung deutlich flexibler, ein Teil der Ausbildung kann sogar in den USA gemacht werden, wo die Kosten für die Ausbildung wesentlich niedriger als in Deutschland sind.

Der Nachteil: Nach der Ausbildung an einer privaten Flugschule kann es eine Weile dauern, bis Piloten eine Anstellung finden. Nachdem der Flugverkehr jedoch immer mehr zunimmt, stehen die Jobchancen für Piloten generell recht gut.

Gehalt und Kosten für eine Pilotenausbildung

Anders als in anderen Ausbildungsberufen erhalten Pilotenschüler während der Ausbildung kein Gehalt - stattdessen müssen sie die Ausbildung in der Regel selbst bezahlen. 

Die Kosten für eine Pilotenausbildung haben es dabei in sich: Schüler sollten hier mindestens 60.000 Euro veranschlagen, wie das Online-Portal pilotenausbildung.net schreibt. Viele müssen deshalb erst einmal einen Kredit aufnehmen. Manche Fluglinien wie die Lufthansa schießen den Betrag während der Ausbildung vor. Berufseinsteiger zahlen den Betrag dann nach und nach von ihrem Gehalt ab. 

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Von Andrea Stettner

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