Bundestag beschließt Steuererleichterung

Homeoffice-Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr – wer davon trotzdem nicht profitiert

Eine Homeoffice-Pauschale soll Arbeitnehmer, die während der Corona-Pandemie von zuhause aus arbeiten, steuerlich entlasten.
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Die Homeoffice-Pauschale soll Arbeitnehmer, die während der Corona-Pandemie von zuhause aus arbeiten, steuerlich entlasten.

Der Bundestag hat am Mittwochabend eine Homeoffice-Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr beschlossen. Aber nicht jeder profitiert von der Steuererleichterung.

Update vom 17. Dezember 2020: In der Corona-Krise arbeiten viele Mitarbeiter von zu Hause aus. Jetzt ist es quasi fix: Sie sollen ihre Ausgaben künftig leichter in der Steuererklärung geltend machen können. Der Bundestag beschloss noch am Mittwochabend eine Homeoffice*-Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Sie soll für die Steuererklärungen der Jahre 2020 und 2021 gelten – danach, so hofft man, könnte die Corona-Pandemie im Griff sein und die meisten wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Damit die Regelung in Kraft treten kann, muss am Freitag aber noch der Bundesrat zustimmen.

Pro Tag am Heim-Schreibtisch werden, wie es in dem Bericht nun konkret heißt, bei der Steuerberechnung fünf Euro angerechnet, maximal 120 Tage im Jahr. Dieser Betrag wird vom zu versteuernden Einkommen abgezogen, so dass die fälligen Steuern sinken.

Doch nicht jeder Mitarbeiter profitiert davon: Denn die Homeoffice-Pauschale zählt zu den Werbungskosten, für die allen Steuerzahlern pauschal 1.000 Euro angerechnet werden. Nur wer mit seinen Ausgaben hier über 1.000 Euro kommt, profitiert also von der Maßnahme.

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Homeoffice-Pauschale: Koalition legt finale Details für Steuererleichterung fest

Update vom 7. Dezember 2020: Im Fall der Homeoffice*-Pauschale haben sich Union und SPD nun auf letzte Details geeinigt. Die Steuerpauschale soll maximal 600 Euro jährlich betragen, meldet die dpa. Vor wenigen Tagen sei seitens der SPD noch von 500 Euro die Rede gewesen. Auch ein weiterer wichtiger Punkt steht nun fest: Die Homeoffice-Pauschale wird in die sogenannte Werbungskostenpauschale eingerechnet werden. Sie wird nicht zusätzlich gewährt.

Laut SPD-Fraktionsvize Achim Post könnten nun Beschäftigte, die in den eigenen vier Wänden arbeiten, einfacher ihre Kosten wie Strom, Telefon und Internet steuerlich geltend machen. Doch die Sache hat einen Haken: Von der Steuererleichterung werden in Wirklichkeit nur diejenigen profitieren, die in der Steuererklärung Werbungskosten von mehr als 1.000 Euro im Jahr geltend machen können. Denkbar wäre dies etwa durch neue Arbeitskleidung, Weiterbildungen oder einen besonders weiten Fahrtweg – letzerer fällt am heimischen Schreibtisch jedoch ohnehin weg. Wer unter dieser Grenze liegt, bekommt von der Steuererleichterung leider nichts zu spüren.

Die Werbekosten-Pauschale (auch: Werbekosten) in Höhe von 1.000 Euro wird bei der Berechnung der Steuer pauschal vom Einkommen der Arbeitnehmer abgezogen. Damit sinkt die Steuerlast. Wer mehr als 1.000 Euro Werbungskosten im Jahr hat, muss dies in der Steuererklärung geltend machen.

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Homeoffice-Pauschale: Fünf Euro pro Tag für Arbeitnehmer

Ursprüngliche Meldung vom 30. November 2020: Während der Corona-Pandemie arbeiten viele Arbeitnehmer im Homeoffice*. Doch dadurch steigen auch ihre Nebenkosten wie Strom und Wasser an. Um den Beschäftigten entgegenzukommen und finanziell zu entlasten, haben sich Finanzpolitiker der großen Koalition nun auf eine Homeoffice-Pauschale geeinigt. Dies berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und beruft sich dabei auf einen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

Wer von zuhause aus arbeitet, soll laut FAZ eine Steuerpauschale von fünf Euro pro Tag beim Finanzamt geltend machen können. Doch nur bis zu einem Betrag von maximal 600 Euro pro Jahr. „Wir wollen als CSU diejenigen entlasten, die während der Pandemie von zu Hause aus Enormes geleistet haben“, sagte der CSU-Finanzpolitiker Sebastian Brehm der Zeitung.

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Homeoffice-Pauschale nur als Werbungskosten geplant?

Die Sache hat jedoch einen Haken: Noch ist unklar, ob die Homeoffice-Pauschale in der Steuererklärung zusätzlich zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro gewährt wird. In diesem Fall würden Arbeitnehmer je nach Belastung direkt davon profitieren. Wenn Arbeitnehmer sie jedoch nur als Werbungskosten geltend machen können, würden lediglich Mitarbeiter profitieren, die in der Steuererklärung auf mehr als 1.000 Euro Werbungskosten kommen.

Genau das scheint das Finanzministerium jedoch zu planen. „Würde die Homeoffice-Pauschale unabhängig, also zusätzlich zum Werbungskosten-Pauschbetrag gewährt, wäre dies eine übermäßige (und damit verfassungsmäßig zweifelhafte) Begünstigung“, zitiert die FAZ aus dem Konzept. (as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

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