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Fast kostenlos: Italienische Gemeinde verkauft Häuser zu Spottpreis

Ein-Euro-Häuser wurden auch schon vor einer Weile in der sizilianischen Gemeinde Gangi angeboten.
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Ein-Euro-Häuser wurden auch schon vor einer Weile in der sizilianischen Gemeinde Gangi angeboten.

Bei diesem Angebot aus Italien werden potenzielle Käufer hellhörig: In einer südlichen Gemeinde gibt es Häuser quasi umsonst- einen Haken gibt es aber doch.

  • Eine Gemeinde Italiens verkauft Häuser ab einem Euro.
  • So soll der Landflucht entgegengewirkt werden.
  • Die Häuser müssen aber erst renoviert werden.

Die Lage, in der sich die Gemeinde Cinquefrondi im Süden Italiens befindet, ist kein Einzelfall: Die jungen Menschen fliehen vom Land in die Stadt, weil sie dort mehr Möglichkeiten haben, eine Arbeit zu finden. Das hat zur Folge, dass immer mehr Häuser in dem Örtchen in Kalabrien leer stehen. Ganze Schulen sind verlassen und Straßen verfallen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, werden einige der verlassenen Häuser nun ab einem Euro zum Kauf angeboten.

Gemeinde in Italien verscherbelt Immobilien für Spottpreis

Der Bürgermeister der Gemeinde Cinquefrondi, Michele Conia, nennt seinen Plan "Operation Schönheit", wie das Nachrichtenportal CNN berichtet. Er möchte das Stadtbild modernisieren, indem er Menschen mit Spottpreisen zum Kauf anregt - ein Modell, das in der Vergangenheit auch schon in anderen italienischen Dörfern und Gemeinden* zum Einsatz gekommen ist. Ein wenig Arbeit steckt für die potenziellen Käufer aber schon dahinter: Bei dem Euro handelt es sich um ein Mindestangebot - wer mehr bietet, bekommt den Zuschlag. Meist müssen die neuen Eigentümer dann eine Kaution von 5.000 Euro hinterlegen. Nur, wenn sie ihr Haus innerhalb von drei Jahren renoviert haben, bekommen sie das Geld zurück.

In Cinquefrondi soll es zwar keine Kaution* geben, aber Käufer müssen eine jährliche Versicherungsgebühr von 250 Euro zahlen. Diese Gebühr muss so lange gezahlt werden, bis die Häuser renoviert sind - ein Anreiz also, besonders schnell fertig zu werden. Wer es nicht innerhalb drei Jahren schafft, muss eine Strafe von 20.000 Euro zahlen, heißt es laut CNN.

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Die Häuser selbst sind zwischen 40 und 50 Quadratmeter groß und befinden sich in der Altstadt. Zunächst gilt das Angebot für zwölf von insgesamt 50 leerstehenden Häusern. Bei großer Nachfrage ist es möglich, dass sich das Angebot erweitert, heißt es vonseiten des Bürgermeisters. Um zusätzlich Käufer zu locken, wirbt die Gemeinde damit, keine Corona-Fälle mehr zu haben. Generell ist der Süden Italiens weniger von der Pandemie betroffen als der Norden.

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