Äußerst dünn besetzt und mäßig einstudiert

Die schummrig ungenauen Streicher ließen in der Alten Oper wenig Gutes erwarten. Sie begleiteten den Eingangschor zu Johann Sebastian Bachs Johannespassion, „Herr, unser Herrscher“, verschwommen. Mit dem Chor, der trocken und stumpf klang, schienen sie in der Findungsphase. Von Axel Zibulski

Nur dass sich im Folgenden nichts Überzeugendes finden ließ an dieser durchweg enttäuschenden Johannespassion, der das Publikum bei den Frankfurter Bachkonzerten ausgesetzt war.

Die schummrig ungenauen Streicher ließen in der Alten Oper wenig Gutes erwarten. Sie begleiteten den Eingangschor zu Johann Sebastian Bachs Johannespassion, „Herr, unser Herrscher“, verschwommen. Mit dem Chor, der trocken und stumpf klang, schienen sie in der Findungsphase. Nur dass sich im Folgenden nichts Überzeugendes finden ließ an dieser durchweg enttäuschenden Johannespassion, der das Publikum bei den Frankfurter Bachkonzerten ausgesetzt war.

Nicht durch die Weiten des Saals getragen

Verantwortlich für die Aufführung im mäßig besuchten Großen Saal war der französische Dirigent Christophe Rousset; er leitete das von ihm 1991 gegründete Originalklang-Ensemble Les Talens Lyriques und den Wiener Arnold-Schönberg-Chor. Die überschaubare Besetzung mit zehn Choristinnen und acht Choristen mag unter historischen Gesichtspunkten legitim sein – durch die Weiten des Saals trug sie nicht. Zum schütteren Eindruck, ohne dramatische Verve in den Volkschören, fadendünn in den Chorälen, kam die hörbare Erkenntnis mäßiger Einstudierung: Nach jeder Pause im Schlusschoral „Ach Herr, lass Dein lieb’ Engelein“ setzte der Chor salvenhaft ein.

Künstler sorgfältiger auswählen

Enttäuschend auch die Vokalsolisten: Mit verschluchztem, opernhaftem Ansatz war der Evangelisten-Tenor Emiliano Gonzalez Toro eine Fehlbesetzung. Fahl und schmächtig blieb der Bass von Douglas Williams. Beide schienen den Notentext als unverbindliche Empfehlung des Komponisten zu betrachten. In der Mittellage brüchig klang der Altus von Valer Barna-Sabadus. Ohne Ansatz vermittelter Empfindung sang Sopranistin Céline Scheen. Für ein zentrales Ereignis im Jahresablauf, wie es die Aufführung einer Bach-Passion bedeutet, sollten Alte Oper und Bachkonzerte die Künstler sorgfältiger auswählen.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Gabriele Schoenemann/pixelio.de

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