Konzerte für Babys

Alte Oper in Frankfurt: Kultur für Kleinkinder

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Das Programm der Alten Oper für Babys und Kinder soll schon in frühen Jahren das Interesse an Kultur wecken.

Frankfurt - Die Spielzeit 2012/13 trägt zwar die Handschrift seines Vorgängers, doch Stephan Pauly, seit März Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper Frankfurt, setzt eigene Duftmarken. Von Carsten Müller

Stephan Pauly holt die aus dem Fernsehen bekannte Reihe „Annettes Daschsalon“ mit Sopranistin Annette Dasch dauerhaft an den Main, hat dem renommierten Veranstaltungshaus einen neuen Werbeauftritt verordnet und legt unter dem Titel „Pegasus – Musik erleben“ ein neues Programm für jüngste Zuhörer auf. Damit will die Alte Oper, so Pauly, nicht in erster Linie Konzertbesucher von morgen rekrutieren, sondern einen Beitrag zum städtischen Angebot an kultureller Bildung leisten und neue Erfahrungsräume schaffen.

In Paulys Krabbelgruppe für Kinder unter drei Jahren sitzen Familien und Krippenkinder auf dem Boden und lauschen kleinen Ensembles von Instrumentalisten. Verheißungsvoll klingen Titel wie „Saitenzauber“, „Windmusik“ und „Zauberatem“. Die jeweils etwa 50 Minuten dauernden „Entdeckerkonzerte“, die zum Mittanzen und Mitsingen animieren, werden zielgruppengerecht aufgearbeitet von Musikpädagogen der Frankfurter Musikhochschule und Programmleiter Tobias Henn, der bereits ein erfolgreiches Musikvermittlungskonzept am Salzburger Mozarteum etabliert hat. Familien zahlen elf Euro, Krippenkinder drei Euro.

An eine Altersgruppe von drei bis sechs Jahren richten sich die vier Konzerte der neuen Reihe „Rabauken und Trompeten“, in denen es schon etwas fokussierter um Instrumente und Klänge geht. Nicht Stillsitzen, sondern Mitmachen ist gefragt, wenn die Blechbläser des hr-Sinfonieorchesters, das Percussion-Ensemble der Musikhochschule oder das Streichquartett der Kammerphilharmonie Frankfurt unter dem Titel „Piraten ahoi!“! oder „Ritter, Reigen, Kettenrasseln“ antreten.

Workshops für unterschiedliche Altersgruppen

Neu ist auch „Pimpinone“, ein Projekt für Grundschulkinder, Jugendliche und Erwachsene mit dem Neumayer Consort und Vokalsolisten der Mainzer Musikhochschule, das sich auf drei unterschiedlichen Wegen Georg Philipp Telemanns Mini-Oper nähert. Geplant sind Workshops für Jugendliche, sechs Grundschulkonzerte, ein nachmittägliches Jugendkonzert und ein Erwachsenenkonzert am Abend.

In direkter Verbindung mit dem laufenden Programm stehen Workshops für unterschiedliche Altersgruppen ab zehn Jahren. Dort befasst man sich beispielsweise mit der Musik von Jörg Widmann, dem Komponisten im Porträt des „Auftakt“-Festivals, mit der Epoche der Romantik, zeitgenössischer Musik oder unter dem Titel „Miller’s Wife“ mit Schuberts Liedzyklus.

Die Zahl der Veranstaltungen steigt durch „Pegasus“ um mehr als das Doppelte auf insgesamt 80 in der nächsten Saison, dabei wird das früher schon als Konzertsaal genutzte Albert-Mangelsdorff-Foyer zum Schauplatz. Das Konzept ist offen und soll, so Tobias Henn, permanent weiter entwickelt werden, unter anderem in jährlichen Workshops mit Pädagogen.

Zweimal öffnet die Neu-Frankfurterin Annette Dasch in der nächsten Saison ihren „Daschsalon“ am Opernplatz. Die Sopranistin begrüßt dort interessante Gäste aus verschiedenen Disziplinen. Stephan Pauly verspricht eine Mischung aus „Liederabend, Gitarrenstunde, Lagerfeuer und Talkshow“, die ein Publikum anspricht, das sich „normalerweise nicht in einen Liederabend verirrt“.

Quelle: op-online.de

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