Andere Akzente, externe Künstler

Dr. Hanneke Heinemann vor Werken von Bernd Rosenheim Foto: Bernd Georg

Die Neue ist da und hat ihre Tätigkeit schon aufgenommen: Gestern stellten die Kuratoriums-Vorsitzenden Bernd Rosenheim und Heinz Meyer die Kunsthistorikerin Hanneke Heinemann als Direktorin des Offenbacher Rosenheim-Museums vor. Die 42-Jährige ist zugleich Geschäftsführerin der Bernd-Rosenheim-Stiftung.

Um die Nachfolge des ausgeschiedenen Marcus Frings gab es keine erneute Ausschreibung. Heinemann gehörte zum engsten Kreis der Bewerber, als die Stelle im Oktober 2007 erstmals besetzt wurde – mit „klarem Abstand“ zu den übrigen, so Meyer. Wie ihr Vorgänger erhält sie zunächst einen befristeten Vertrag.

Als besonders geeignet gilt Heinemann, weil sie im Zuge ihrer Dissertation ein Werkverzeichnis des Bildhauers Arnaldo Pomodoro erarbeitet hat. Eine ähnliche Aufgabe steht in Offenbach an. Die meisten der mehreren tausend Werke Rosenheims sind fotografiert und registriert, jetzt geht es an die archivarische Ordnung. Per Aufruf im Internet will Heinemann weitere Besitzer finden. Zudem hat sie ihre Kontakte zu dem weltberühmten Italiener Pomodoro erneuert, eine Ausstellung im Hinterkopf.

„Akzentverschiebung“ ist ein Teil des Auftrags. Heinemann soll Rosenheims Handzeichnungen und Illustrationen besser ins Licht rücken als bisher. Stichwort Internationalisierung: Verstärkt sollen Künstler von außerhalb Deutschlands gezeigt werden. Da trifft es sich, dass Heinemann Verbindungen nach Italien hat und Rosenheim in Irland lebt. Das interessierte Publikum kann die Neue in der Nacht der Museen (25./26. April) und am Internationalen Museumstag (17. Mai) kennenlernen.

Den wahren Grund der Beendigung des Vertragsverhältnisses mit Frings nannte das Kuratorium nicht. Es liege einer vor, der die fristlose Kündigung gerechtfertigt habe; „Dr. Frings weiß das sehr genau“. Da Rosenheim „allenthalben Empörung und Unverständnis“ entgegenschlügen, wies er die von Frings geäußerten Vermutungen sämtlich zurück. Ein „Verkauf“ seiner Werke nach Frankfurt sei „der allerletzte Stiftungszweck“, eine etwaige ungenügende Promotion nicht dem Museumschef anzulasten. Wenn seine Werke wirklich gegen die des derzeit im Haus ausgestellten Rainer Kurka verblassten, „ist das verdient“, seine Hochschätzung dieses Kollegen sei kein Lippenbekenntnis.

Rosenheim warf Frings, dessen Museumsarbeit er als „tadellos“ und „außerordentlich“ bezeichnete, auch vor, sich mit fremden Federn zu schmücken. Sein Werkverzeichnis habe bislang Annemarie Michel erarbeitet, die Auswahl von 70 Arbeiten für die Präsentation habe er selbst vorgenommen, ebenso den Katalogtext verfasst und den Kunstpreis konzipiert. MARKUS TERHARN

Quelle: op-online.de

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