Schriftsteller Uwe Timm übernimmt 50. Frankfurter Poetikvorlesungen

Von Anfang und Ende

Uwe Timm übernimmt die Frankfurter Stiftungsgastdozentur Poetik des Sommersemesters 2009. Damit findet die im Herbst 1959 von Ingeborg Bachmann begonnene Tradition der Frankfurter Poetikvorlesungen, seit 1963 vom Suhrkamp-Verlag und den Freunden der Goethe-Universität finanziell getragen, im 50. Jahr ihres Bestehens eine würdige Fortsetzung, teilte die Universität mit.

Der 1940 in Hamburg geborene Autor gelte gerade wegen seiner frühen und intensiven literarischen Beschäftigung mit der Studentenbewegung von 1968 als einer der wichtigsten Erzähler seiner Generation. Sein fünfteiliger Vorlesungszyklus steht unter dem vieldeutigen Oberthema „Von Anfang und Ende“.

Vom 9. Juni bis zum 7. Juli lädt die Stiftungsgastdozentur Poetik nicht nur Studenten und Lehrende, sondern auch literarisch interessierte Bürger aus Frankfurt und Umgebung ein, an Timms Auseinandersetzung mit elementaren Fragen und Bedingungen zeitgenössischen dichterischen Schreibens teilzuhaben. Die fünf Einzelveranstaltungen finden jeweils am Dienstagabend um 18 Uhr im Hörsaal VI des Frankfurter Uni-Campus Bockenheim (Mertonstraße 17-21) statt. Der Eintritt ist frei. Darüber hinaus liest Timm am Mittwoch, 8. Juli, um 20 Uhr im Frankfurter Literaturhaus aus seinem Roman „Halbschatten“.

Timm absolvierte nach der Volksschule eine Kürschnerlehre. Mit dem später erschossenen Benno Ohnesorg besuchte er das Braunschweig-Kolleg und bestand 1963 auf dem zweiten Bildungsweg sein Abitur. Während seines Studiums der Philosophie und Germanistik in München und Paris erlebte er den Umbruch Ende der 60er Jahre als Mitglied des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds aktiv mit.

Nicht nur wegen seines populären Kinderbuchs „Rennschwein Rudi Rüssel“, sondern auch wegen seiner Romane zu den Themen Kolonialherrschaft („Morenga“), Nationalsozialismus („Am Beispiel meines Bruders“) und Wiederaufbau („Die Entdeckung der Currywurst“) sowie drei Romanen zur Studentenbewegung („Heißer Sommer“, „Kerbels Flucht“, „Rot“) gilt Timm als einer der wichtigsten, vielseitigsten und bekanntesten Vertreter deutscher Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Weithin Beachtung fand er als Verfasser von Drehbüchern für Kino und Fernsehen. Zu Beginn der 70er Jahre zählte er zu den Mitbegründern der „Wortgruppe München“ und war Mitherausgeber der AutorenEdition und der Zeitschrift „Literarische Hefte“.

Quelle: op-online.de

Kommentare