Mit Spannung erwartet

„Asterix bei den Pikten“: Klassiker wiederbelebt

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Didier Conrad und Yves Ferri haben sich mit Zeichenstift und Textblock behutsam der Welt von Asterix und Obelix angenähert.

Berlin - Beim Teutates! Heute erscheint der neue „Asterix“-Band. Zum ersten Mal wurde der Gallier nicht von seinem Erfinder gezeichnet. Das Experiment ist gelungen. Von Christof Bock

Mit großer Spannung und noch größeren Ansprüchen haben Millionen Fans diesen Comic erwartet. „Asterix bei den Pikten“ soll Schluss machen mit der Midlife-Crisis, die der erfolgreichste europäische Comic seit einigen Jahren durchmacht. Müde Witze über die Rinderseuche BSE, wirre Ideen wie eine Ufo-Landung im antiken Gallien - mit solchen Einfällen hatte Zeichner Albert Uderzo (86) viele Fans verprellt. Nie hatte er die Lücke schließen können, die der Tod des zweiten Asterix-Erfinders – Textgenie René Goscinny – 1977 gerissen hat. Nun hat ein Newcomer-Duo übernommen und macht den Job recht gut.

Der 35. „Asterix“-Band spielt im antiken Schottland. Der kleine tapfere Gallier und sein stämmiger Freund Obelix helfen ihrem neuen Freund Mac Aphon. Der große rothaarige Krieger gehört zum Stamm der Pikten und ist nach einem Mordversuch des schurkischen Clan-Chefs Mac Abberh in einer Eisscholle übers Meer getrieben und in der Nähe des bekannten gallischen Dorfes gestrandet, wo er für Unruhe sorgt. Das neue Abenteuer ist ein Streifzug durch die Marotten des Highland-Volkes - es geht um Männerröcke, Baumstämmewerfen, Whiskey und Seeungeheuer. Und am Ende geht es natürlich gegen die Römer.

Zeichenstil stark an frühe Bände angelehnt

Behutsam tasten sich Jean-Yves Ferri (Text) und Didier Conrad (Zeichnungen) in die Welt des französischen Comic-Klassikers hinein. Im Zeichenstil ist die Folge stark an frühe Bände wie „Asterix bei den Schweizern“ angelehnt. Nur wirkt alles nun filigraner. Wo Uderzo klare Farbflächen gesetzt hat, zeichnet Didier Conrad häufiger mal noch ein Detail in den Hintergrund. Es sei „super schwierig“ gewesen, den Uderzo-Stil exakt zu kopieren, sagte Conrad auf der Frankfurter Buchmesse. Durch den Stress nahm er 18 Kilo ab. Aber Conrad schmiss nicht hin wie sein Vorgänger Frédéric Mébarki, der mit dem hohen Erwartungsdruck nicht klargekommen war.

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Was auffällt, sind die vielen Zitate. Der neue Zeichner recycelt kleine Nebenfiguren aus anderen Bänden und macht aus ihnen neue Charaktere. Auch manche Körperhaltungen und Gesichtsausdrücke haben die Leser schon vor Jahrzehnten in anderem Kontext zu sehen bekommen. Eine wunderschöne Reprise ist die Luftaufnahme einer Schlacht gegen die Römer. .

Auch im Text werden Traditionen sanft gewahrt: Als Mac Aphons riesiger Clan aufgezählt wird, entfährt Asterix: „Die haben eine Macke.“ Die übliche Sprechblase „Die spinnen!“ suchen Leser dies mal vergebens. Auch wenn man sich einen spannenderen, verwobeneren Plot wünschen könnte, so ist es doch ein Glück für die Serie, dass ihr Humor wieder zeitloser geworden ist.

dpa

Quelle: op-online.de

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