Atelier als Ort der Inspiration

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Nicola Reinitzers Serie „Toujours moi“ (2009).

Die „Kunstansichten“, überregional beachtetes Offenbacher Festival, finden in diesem Jahr zum elften Mal statt. Etwa 100 Künstler präsentieren sich am 19. und 20. September in etwa 50 Ausstellungsräumen, Galerien, Ateliers und Museen. Wir stellen einige von ihnen vor. Von Tina Owczarek

Acht Leute bilden die Ateliergemeinschaft Rathenaustraße 38. Obwohl es ursprünglich Manfred Stumpf war, der die Gruppe verband, ihr gemeinsamer Professor der Hochschule für Gestaltung, sind heute nur noch ein paar der Kerngruppe übrig geblieben. Die Künstler teilen sich die Miete, arbeiten gemeinsam und inspirieren sich gegenseitig.

Stefan Woike fertigt großformatige Acrylarbeiten auf selbst genähten Untergründen – alte Tischdecken beispielsweise. Man sieht Götter, Männer und Frauen, Schlangen, eine stilisierte Vagina, Engel, eine Narrenfigur im Zentrum. Unvermischte Farbflächen dominieren, die Ränder sind mit Edding gezeichnet. Woike kombiniert die Symbolik verschiedener Kulturen mit Schrift- und Sprachelementen.

Laura Baginskis Gipsarbeit „Frau Kabeljau“ (2009)

Birthe Kistner fertigt intuitive Bodenzeichnungen, folgt einer Art zeichnerischem Malen. Sie nutzt Papier und Pastellkreiden. Das Ergebnis ist ungeplant, es entsteht ein Ausdruck des Unbewussten. Alles, was noch nie da war, was ohne Konzept entstehen kann, fasziniert sie. Wie im vergangenen Jahr wird sie mit ihrer Kollegin Patricia Schellenberger Kulinarisches zu einem bestimmten Thema anbieten. Schellenberger liegt das sinnlich-häusliche nahe. Vor nicht allzu langer Zeit hat sie ein Kind bekommen, das sieht sie beispielsweise auch als künstlerisches Projekt an.

Esther Poppe bevorzugt eine emotionale Herangehensweise. Ihre Bilder bestehen aus Acryl und Öl auf Leinwand und Holz. Sie nutzt gebrochene Farben, häufig sind geometrische Formen. Ältere Arbeiten zeigen Menschen zwischen anonym wirkenden Häuserfluchten, einsam vor dem Horizont oder im Nebel. Die naive Malweise erinnert ein wenig an Frida Kahlo.

Nicola Reinitzer zeigt fast lebensgroße Ganzkörperporträts auf vorwiegend weißer Leinwand. Beginnend bei kleinen Werken erweiterte sie ständig die Form. Die Gesichter und Haltung verbildlichen intensive Gefühle – in der Serie ging es um Seiten ihres Selbst. In neueren Arbeiten erscheinen Zirkusszenen – Karikaturen von Familienmitgliedern, die Schauspieler sind. Weitere Künstler sind Eugen El, Krisztina Meggyesy und Laura Baginski.

Quelle: op-online.de

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