Friederike Caroline Bachmann stellt in Offenbacher Galerie Artycon aus

Außerirdische und Kinder in der Bewegung

Aus Glasscherben besteht eine Werkgruppe.

Ob in der Ausstellung „Das Innen und das Außen II“ von Friederike Caroline Bachmann in der Galerie Artycon zwei Betrachtungen derselben Sache dargestellt werden oder eine Betrachtung zweier unterschiedlicher Sachen, ist unerheblich. Zu sehen sind zwei Herangehensweisen ans Thema – eine ungegenständliche und eine figürliche.

Bachmann nutzt den Titel zum zweiten Mal; diesmal, um Arbeiten verschiedener Perioden zusammenzufassen. In der Offenbacher Galerie finden sich Werke aus der Anfangszeit, große Leinwände mit pulsierenden Farbflächen: Bahnen von Neongelb neben Phosphorgrün, abgemildert mit Weiß, wirken, als ob Lichtstrahlen durch Dunstschleier quellen. Am Fenster hängen vier Objekte, jedes so groß wie zwei Handflächen, aus Faserplatte, mit Metall beschlagen. Die Form erinnert an Pflanzenzellen. Das Motiv kehrt auf sechs weiß grundierten Quadraten wieder. In feinsten Graphitzeichnungen sind Wesen zu sehen, die Nerven-, Fettzellen oder Blutkörperchen darstellen – oder Außerirdische.

An drei Wänden hängen fast lebensgroße Schattenrisse von Kindern, in Bewegung festgehalten: eins beim Seilhüpfen, eins scheint zu tanzen, eins springt vom Skateboard. Die Herstellung dauert Monate: Spiegel werden zerbrochen, in Mosaiksteine geschnitten, in konzentrischen Kreisen zusammengefügt.

Diese finden sich in vielen Werken der Offenbacherin. Auch auf zwei großformatigen Leinwänden für eine Gemeinschaftsausstellung mit dem Titel „Freischwimmer“: Wasserblasen in Grün-Gelb, Türkis, Hell- und Dunkelblau wirken hypnotisierend. „Dem Eintauchenden gleich bilden sich konzentrische Kreise um mich“ schreibt Bachmann. „Ich zeichne exakt die Linie, schneide und säge die Form. Das Innen ist lebendiger, weniger exakt.“ Innen und Außen – ein weites Thema, schwer formulierbar, doch für eine Künstlerin sinnlich darstellbar. TINA OWCZAREK

Friederike Caroline Bachmann, „Das Innen und das Außen II“, bis 30. Juni in der Galerie Artycon, Wilhelmsplatz 2, Offenbach. Geöffnet: Samstag 11 bis 14, Montag 17 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung unter 069 98558351. Internet: http://www.artycon.de

Quelle: op-online.de

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