Spitzenkunst dicht an dicht

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Die „Madonna mit Kind“ von Giovanni Bellini ist im Städel zu bewundern.

Frankfurt - Mit der Wiedereröffnung der Sammlung Alter Meister ist die Sanierung des Frankfurter Städelmuseums abgeschlossen. Nach mehr als einjähriger Bauzeit sind im umgestalteten Mainflügel 400 bedeutende Kunstwerke des 14. bis 18. Jahrhunderts zu sehen.

„So schön haben die Alten Meister im Städel noch nie ausgesehen“, strahlt Direktor Max Hollein. Neben weltberühmten Meisterwerken von Dürer, Rembrandt, Vermeer oder Botticelli werden in 21 Ausstellungsräumen Schenkungen und Neuankäufe gezeigt, darunter ein Bild von Papst Julius II. von Raffael und seiner Werkstatt.

Gleich zu Beginn sieht sich der Besucher mit einer „Petersburger Hängung“ – dicht an dicht – konfrontiert, die einen Eindruck von der Sammlung des Stifters Johann Friedrich Städel in seinem Haus am Rossmarkt vermittelt. Im Zentrum stehen zwei Bildnisse von Frans Hals. Zudem spiegelt das Treppenhaus die Anfänge der Institution wider, indem es Monumentalwerke der Nazarener Philipp Veit und Friedrich Overbeck, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Geschicke des Hauses bestimmten, einem Bild Carl Friedrich Lessings gegenüberstellt, dessen Historienmalerei die religiöse Kunst ablöste.

Von dort führt der Weg in die Rotunde, die frühe niederländische Gemälde präsentiert. Werke von Jan van Eyck, dem Meister von Flémalle oder Rogier van der Weyden geben lebendiges Zeugnis davon, dass das Städel eine der weltweit wichtigsten Sammlungen zur Epoche besitzt.

Die Hauptsäle rechts sind mit Hauptwerken von Lochner, Dürer, Grünewald, Holbein, Elsheimer, Rembrandt, Vermeer, Brueghel und Rubens der deutschen und niederländischen Malerei gewidmet, während sich links die romanischen Schulen mit Mantegna, Botticelli, Tiepolo, Batoni, Poussin und Chardin anschließen. Seitenkabinette nehmen Mittel- und Kleinformate auf. Die das Treppenhaus im Westen flankierenden Kabinette umreißen die Sammlungsgeschichte. Dort ist die Ahnengalerie der Frankfurter Patrizierfamilie von Holzhausen ausgestellt, die 1923 als Vermächtnis des letzten männlichen Vertreters ins Museum gelangte. An Spitzenwerken von Faber von Creuznach, Urlaub und Ziesenis lässt sich die Entwicklung der Porträtmalerei zwischen Renaissance und Rokoko ablesen.

Als Vorboten der Eröffnung neuer Räume für zeitgenössische Kunst im Februar 2012 grüßen im Kabinett „Oberon“ von Georg Baselitz sowie „Bildnis L. T.“ von Eugen Schönebeck. Für Ende Februar ist die Eröffnung des unterirdischen Erweiterungsbaus für die Gegenwartskunst geplant. Die Klassische Moderne ist seit November wieder zugänglich.

Die Sanierung des Altbaus hat 18 Millionen Euro gekostet. 11,4 Millionen davon trägt die Stadt. Die Gesamtkosten liegen bei 50 Millionen Euro.

dpa

Quelle: op-online.de

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